München. Im Kampf um die Versicherungskunden hatte die Allianz im Jahr 2007 ein neues Konzept entwickelt, das Modell „Fairplay“. Dabei legt der Münchner Versicherungsriese gemeinsam mit den Autohäusern ein Regelwerk für die Abläufe in der Schadenabwicklung fest. Damit wolle man vor allem das Konfliktpotenzial zwischen Versicherung und Werkstatt minimieren, hieß es damals. Ein Ansatz, der bis heute bereits neun Autohersteller überzeugt hat: Nach BMW, Ford, Mercedes- Benz, Opel, Peugeot, Subaru, Hyundai und Nissan schlossen die Münchener jüngst auch mit Renault Deutschland einen Kooperationsvertrag zum Fairplay-Schadenmanagement ab.
Über Fairplay können Haftpflicht- und Kaskoschäden abgerechnet werden. Fairplay-Betriebe müssen nicht mehr jede Rechnung einzeln auf Papier abstimmen, die Schäden inklusive Kostenvoranschlag oder Unfallfotos werden digital an die Allianz übermittelt und dort direkt auf Regelkonformität geprüft. Das Allianz-Modell richtet sich vor allem gegen die HUK-Coburg, die den Münchnern in der Vergangenheit bei den Kfz-Versicherungen Marktanteile abgenommen hatte, indem sie Policen mit Werkstattbindung anbot und die Unfallfahrzeuge in preisgünstige Partnerwerkstätten – in der Regel Betriebe ohne Markenbindung – steuerte. Nach dem Allianz-Fairplay- Konzept arbeiten derzeit deutschlandweit bereits rund 4000 Werkstätten.