München. Unerreichbar ist dieses Ziel nicht, wie eine aktuelle Studie des renommierten National Research Council (NRC) zeigt. Es sei nicht einmal eine massive Elektrifizierung der US-Fahrzeugflotte nötig.
„Kein Grund für Aufweichen“
„Der Bericht zeigt, dass die Autohersteller die ab 2025 geltenden Standards für saubere Fahrzeuge zeitgerecht und zu erträglichen Kosten erreichen können, indem sie bekannte Technologien einsetzen“, kommentierte die Studie Roland Hwang vom Natural Resources Defense Council. Daniel Becker, Leiter der Nichtregierungsorganisation Safe Climate Campaign, erklärte: „Es gibt jetzt keine Begründung mehr für ein Aufweichen der Standards auf mittlere Sicht.“ Aktuelle Modelle wie Toyota Camry, Ford Fusion, Honda Accord und Chevrolet Malibu kommen der Studie zufolge schon jetzt den CAFE-Standards für 2025 recht nahe. Um die Ziele zu erreichen, empfiehlt die Studie bekannte CO2-Einspartechniken wie Gewichtsreduktion, Turboaufladung, Downsizing, Achtgangautomatiken und die Verwendung neuer Werkstoffe.
Fahrzeugpreise steigen
Allerdings geben die Autoren der Studie zu bedenken, dass die effizienteren Fahrzeuge teurer würden. Ein durchschnittlicher Mittelklassewagen – das größte Segment im US-Automarkt – werde durch die Einführung der erforderlichen Technologien in den USA bis 2025 im Schnitt 1181 Dollar mehr kosten, lautet eine der Berechnungen. Bereits bei der Vorstellung der Regierungspläne 2012 hatte das US-Verkehrsministerium geschätzt, dass ein Mittelklasse-Pkw bis zum Jahr 2025 um 1060 Dollar teurer wird. Angesichts langfristig niedriger Spritpreise in den USA seien die Verbraucher nicht bereit, spürbare Mehrpreise für effizientere Fahrzeuge zu bezahlen, warnte zuletzt Sergio Marchionne, Chef von Fiat Chrysler Automobiles. Die US-Autobauer reagierten entsprechend verhalten auf die NRC-Studie und erklärten, sie wollten zunächst die Einzelheiten studieren. „Die Verbraucher müssen in der Lage sein, sich spritsparende Autos leisten zu können“, bemerkte dazu Mitch Bainwol, Präsident des US-Automobilherstellerverbands Auto Alliance. Schließlich gebe es schon heute fast 500 verschiedene Modelle für Autokäufer in den USA, die auf eine Spriteffizienz von mehr als 30 Meilen pro Gallone kämen – umgerechnet rund 7,84 Liter je 100 Kilometer.