München. Gerne zitieren Ingenieure den Spruch, dass das größte Potenzial zur Verbrauchssenkung im rechten Fuß des Autofahrers stecke. Denn ganz gleich wie gut Aerodynamik, Verdichtung oder Verbrennung sind - wer Drehzahlorgien veranstaltet und nur Vollgas kennt, wird ein Auto niemals sparsam bewegen können.
Durch eine ökonomische Fahrweise lassen sich bis zu 30 Prozent Sprit einsparen, hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ermittelt. Der DVR war es auch, der bereits 1996 das Programm "Fahr & Spar" zur Förderung einer effizienteren Fahrweise auflegte - unter der Schirmherrschaft der damaligen Umweltministerin Angela Merkel. Die Aktion gibt es noch immer, doch wer denkt, dass angesichts gestiegener Kraftstoffpreise und der aktuellen Schadstoffdiskussion die Anmeldungen nur so hereinprasseln, der irrt. "Die meisten Leute glauben, sie fahren schon sparsam und halten einen entsprechenden Kurs für überflüssig", sagt Jochen Lau, Referatsleiter für Aus- und Weiterbildung beim DVR.
Auch einige Autohersteller bieten inzwischen spezielle Spritspar-Trainings an. Bei Ford heißt der einstündige Kurs "Eco-Driving". Er kostet 60 Euro, wird in Kooperation mit Fahrschulen angeboten und kann beim Händler gebucht werden. In der Autostadt von VW in Wolfsburg kostet ein ebenfalls 60-minütiges "Spar-Training" 17 Euro. Mercedes schult beim "Eco-Training" einen halben Tag lang in Kleingruppen (148 Euro pro Teilnehmer). Beim "Economy-Training" von BMW kostet ein halber Tag in einer Zehnergruppe 145 Euro pro Kopf. Audi verlangt 100 Euro für einen halben, 150 Euro für einen ganzen Tag.
Porsche und Opel bieten keine Lehrstunden zum sparsameren Fahren an, wohl aber der ADAC. Dort heißt das Programm "Sprit-Spar-Training", dauert vier Stunden und kostet 80 Euro.
Bis auf den ADAC, der von einem "leichten Anstieg" bei den Anfragen, nicht aber bei den Buchungen spricht, melden die anderen Veranstalter stagnierende Teilnehmerzahlen. Vielleicht überlegt es sich mancher Autofahrer nach einem der nächsten Tankstopps anders.