Köln. Angesichts eines Rekordverlusts von 12,7 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr plant nach General Motors nun offenbar auch Ford, Modelle aus europäischer Produktion auf dem Heimatmarkt anzubieten. "Derzeit sucht ein Management-Team aus der Konzernzentrale auch in Europa nach geeigneten Modellen für die USA", sagt ein leitender Mitarbeiter der Kölner Ford-Werke. Ford-CEO Alan Mulally bestätigt, dass man "künftig mehr Fahrzeuge in die USA importieren" will. Zudem möchte der Ex-Boeing-Chef einen Modell-Mix, "der die Kundennachfrage nach kleineren, wirtschaftlicheren Autos widerspiegelt". Denn Ford verliert in den USA stetig Marktanteile an Toyota.
Der sportliche Van S-Max würde gut zu Mulallys Plänen passen. "Wir prüfen, ob wir dieses Modell so wie es ist oder mit ein paar Änderungen auf den Markt bringen können", erklärt Mulally. Das Segment der klassischen Vans ist in den Staaten zwar rückläufig, Crossover-Modelle liegen hingegen im Trend. Noch gibt es mit dem Freestar einen Full-Size-Van, doch der wurde von der Konzernleitung bereits angezählt. Daher müsste Ford ein komplett neues Modell entwickeln - oder aus Europa importieren. Der erhöhte Bedarf wäre im Werk Genk - dort werden die Modelle S-Max, Galaxy und Mondeo gebaut - relativ leicht zu realisieren. Nachdem 2003 die dritte Schicht gestrichen wurde, laufen in Belgien pro Tag nur noch 1200 statt 2100 Autos vom Band.