Las Vegas. Der offene Vierer beerbt das Dreier Cabrio und bekommt wie sein Vorgänger ein versenkbares Stahldach. Das von Edscha entwickelte System lässt sich auch während der Fahrt öffnen und schließen und faltet sich so eng zusammen, dass Designchef Karim Habib von einem der schlankesten Cabrio- Hecks in dieser Klasse schwärmt. Neben der für BMW typischen Dynamik und der Eleganz stand laut Diess die hohe Ganzjahrestauglichkeit ganz oben im Lastenheft. Deshalb sei das Hardtop besonders gut gedämmt, der Kofferraum mit elektrischer Ladehilfe und breiter Luke praktisch ausgelegt. Nun sind auch saisonverlängernde Extras wie der Nackenföhn in der Kopfstütze an Bord. Das Cabrio teilt sich einen Baukasten mit Dreier Limousine und Vierer Coupé und wird entsprechend in Länge und Breite wachsen. Der Vierer startet mit drei Motoren: Einstiegsaggregat für 46.300 Euro ist mit 184 PS der 420d, darüber rangieren der 245 PS starke 428i mit Heck- oder Allradantrieb sowie der 435i mit 306 PS. Das Cabrio ist seit Jahrzehnten eingeführt, doch der Zweier beerbt eine vergleichsweise neue Baureihe: Er ersetzt das Einser Coupé, das bislang rund 150.000- mal verkauft wurde und für Robertson eine völlig neue Klasse definiert hat: die sportlichen Kompakten mit Heckantrieb. Um diese Alleinstellung zu verteidigen, hat BMW das Zweier Coupé noch dynamischer gezeichnet und satter auf die Straße gestellt. Außerdem haben die Bayern an der Leistungsschraube gedreht. Der Zweitürer, der knapp 3000 Euro mehr kostet als der Einser, startet bei 29.800 Euro als 218d mit 143 PS. Es gibt zwei weitere Diesel mit 184 und 218 PS sowie zwei Benziner mit 184 und 245 PS. Eine Sonderstellung nimmt der mindestens 43.750 Euro teure M 235i ein. Das 326 PS starke Modell wurde von der M GmbH entwickelt und zählt zu den M-Performance- Automobilen. „Sie schließen die Lücke zwischen den Fahrzeugen der AG und den reinrassigen M-Modellen – und tun das sehr erfolgreich“, sagt Diess. 2012 lanciert, gibt es mittlerweile fünf Baureihen. Allein im vergangenen Jahr griffen die Kunden 20.000-mal zu einem BMW M Performance. Trotzdem legt die M GmbH jetzt nicht die Hände in den Schoß, sondern liebäugelt erstmals mit einem M2. Während dafür allerdings noch grünes Licht fehlt, ist ein M4 Cabrio bereits beschlossene Sache. Aber auch BMW selbst ist mit den beiden Nischenmodellen noch nicht am Ende und plant weitere Varianten: Vom Vierer soll es ein Gran Coupé geben und vom Zweier auch wieder ein Cabrio.
BMW Vierer Cabrio und Zweier Coupé
Solche Modelle prägen die Marke
BMW bringt seine Nischenmodelle auf den neuesten Stand und bietet ab dem 1. September auch ein Vierer Cabrio sowie ein Zweier Coupé an. „Damit vervollständigen wir unsere Modellpalette und haben dann wieder ein durchgängiges Angebot an Coupés und Cabrios“, sagt Entwicklungsvorstand Herbert Diess. Allerdings geht es den Bayern dabei nicht allein um die Portfolio-Pflege, obwohl die Coupés laut Vertriebschef Ian Robertson am BMW-Absatz zehn sowie die Cabrios immerhin sieben Prozent ausmachen und Robertson für die nächsten Jahre sogar mit einem wachsenden Cabrio-Anteil rechnet. Es geht auch um Positionierung und Imagepflege: „Solche Modelle sind typisch für BMW und prägen die Marke“, sagt Diess.