Volumenmarke Skoda plant, ihre Modellpalette sowohl im Low-Budget-Bereich als auch im gehobenen Preissegment zügig auszubauen. Aufgrund der absehbar härteren Konkurrenz durch Billiganbieter wie die Renault-Tochter Dacia komme Skoda nicht umhin, „sich im Angebotsspektrum nach unten abzusichern“, sagte Skoda-Chef Reinhard Jung bei einem Pressegespräch in Prag. Zugleich bestätigte der Produktionsexperte, der erst vor drei Monaten von der Muttergesellschaft VW zu Skoda gewechselt war, dass der Superb der zweiten Generation ab Ende 2009 auch in einer Kombi-Version angeboten wird. Die Neuauflage des Topmodells präsentiert Skoda zunächst beim Genfer Salon im März dieses Jahres als klassische Limousine.
Für Schwellenmärkte wie Russland, Indien und China, die im Fahrzeuggeschäft hohe Wachstumsraten aufweisen, feilt Skoda derzeit an einer „technischen Entfeinerung“ (Jung). Damit sollen mehr Modelle als bisher gezielt auf länderspezifische Erfordernisse abgestimmt werden. „Es ist durchaus denkbar, im Superb für bestimmte Märkte auf die aufwendige und damit kostspielige Entkopplung der Hinterachse zu verzichten“, so Jung. Darüber hinaus könnten Türverkleidungen mit sogenannter Stoffhinterspritzung oder Mittelarmlehnen entfallen. Dabei nimmt die Skoda-Spitze eine leicht zunehmende Disparität zwischen der Steigerung der Gesamtproduktion und der finanziellen Ergebnisse billigend in Kauf. „Beim Umsatz werden wir für 2007 nicht ganz Schritt halten können mit der Volumenentwicklung“, so Jung, „da im Vergleich zum Vorjahr Märkte mit schwieriger Kosten- und Erlösstruktur intensiver bedient wurden.“ Im Geschäftsjahr 2006 hatte Skoda mit weltweit 27.680 Beschäftigten einen Umsatz von umgerechnet 7,5 Milliarden Euro erzielt. Für 2007 rechnet das Unternehmen vorläufig mit rund 633.000 produzierten Autos. Die exakte Bilanz wird Skoda am 13. März vorlegen.