Mladá Boleslav. Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt als Chef der Volkswagen AG erreichte Martin Winterkorn aus dem Osten frohe Kunde: Die tschechische VW-Tochter Skoda kann 2006 als erfolgreichstes Jahr ihrer Firmengeschichte verbuchen. Mit umgerechnet rund 7,54 Milliarden Euro lag der Umsatz um 8,7 Prozent höher als im Geschäftsjahr 2005.
Das operative Ergebnis kletterte im Vergleichszeitraum gar um 34,5 Prozent - auf rund 540 Millionen Euro. Besonders erfreut zeigte sich Skoda-Chef Detlef Wittig bei der Bilanzpräsentation darüber, dass es gelang, "die magische Grenze von einer halben Million hergestellter und verkaufter Fahrzeuge zu überschreiten". Weltweit lieferte Skoda 2006 insgesamt 549.667 Fahrzeuge an Kunden aus, 11,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
"Die überproportionale Entwicklung der finanziellen Kennzahlen zeigt, dass wir es geschafft haben, nicht nur quantitativ im Hinblick auf Absatzvolumen zu wachsen, sondern ganz deutlich auch qualitativ", analysiert Finanzvorstand Holger Kintscher.
"Sorgen", so der Manager, bereite Skoda hingegen "die Währungskurstendenz hin zu einer immer stärker werdenden tschechischen Krone". In dem "exportorientierten Unternehmen" trage zudem die "ständige Verschiebung der Einführung des Euro nicht unbedingt zur Planungssicherheit bei".
Angesichts "stagnierender Gesamtmärkte in Zentral- und Westeuropa" will der Skoda-Vorstand das Geschäft in Wachstumsregionen schnellstens forcieren. Neben der Einführung des neuen Kleinwagens Fabia, der auf dem Genfer Salon vorgestellt wird, soll sich Wittigs Team daher auf "die Erweiterung der Kapazitäten auf den Märkten China, Russland und Indien konzentrieren".
Vornehmlich auf europäische Interessenten zielt der ebenfalls in Genf debütierende, vielseitig nutzbare Roomster Scout. Mit "auffälligen Design-Akzenten" will Skoda "lifestyleorientierten Kunden die Möglichkeit automobiler Individualisierung bieten".
Auf dem deutschen Markt geht die bisherige Modellstrategie der Tschechen voll auf, wie ein Rekordergebnis aus dem Januar 2007 belegt: Mit 7838 Neuzulassungen war Skoda erstmals die meistgefragte Marke unter den Importeuren - vor Toyota und Renault. Der Skoda-Marktanteil lag bei knapp vier Prozent. Die bestverkaufte Baureihe war hierzulande der Octavia, der auf dem Golf der Konzernmutter VW basiert.
Weiteren Schub auf dem wichtigsten Einzelmarkt von Skoda erhofft sich der im hessischen Weiterstadt ansässige Deutschland-Importeur von neuen Mobilitätspaketen, wie sie die Skoda-Bank zunächst bis Ende Juni für den Kompaktvan Roomster schnürt: Im Rahmen der sogenannten Easy-Life-Finanzierung etwa gewährt die deutsche Skoda-Dependance nun eine kostenlose Verlängerung der Zweijahresgarantie um weitere 24 Monate.