München. Skoda ist es gewohnt zu gewinnen. Vergleichstests in Automobil-Fachzeitschri en enden fast immer mit einem Sieg der tschechischen Volkswagen-Tochter – und dies seit vielen Jahren und durch alle Baureihen hindurch. Das Konzept, gute Qualität, ansprechendes Design und hohen Nutzwert zu akzeptablen Preisen zu liefern, geht auf. Seit 15 Jahren steigt die Verkaufskurve kontinuierlich an. So blieb Škoda mit über 142.000 neu zugelassenen Fahrzeugen auch im vergangenen Jahr hierzulande die erfolgreichste Importmarke. Gleichzeitig ist Deutschland für Škoda der stärkste Markt in Europa. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Doch im Rückspiegel tauchen Konkurrenten auf, die sich modellpolitisch ähnlich positionieren: Hyundai und Kia. Škodas Vorstandschef Winfried Vahland will die Koreaner aber weiterhin mit hoher Qualität zum kleinen Preis auf Distanz halten, und nennt für 2018 ein ambitioniertes Absatzziel: 1,5 Millionen Autos, die meisten davon in China. Solche Pläne lassen sich nur mit einer Ausweitung der Modellpalette realisieren.
Dieses Jahr soll vor allem der Kleinstwagen Citigo helfen, Škodas erstes Auto, das gemeinschaftlich mit Volkswagen entwickelt wurde und auch von VW in Bratislava gebaut wird. Bislang nutzte Škoda stets die technischen Plattformen sowie Motoren und Getriebe von VW, um daraus eigenständige Modelle zu bauen. Nach dem Citigo rollt der Rapid an. Im Herbst wird Škoda auf dem Pariser Autosalon die Serienversion präsentieren. Die etwa 4,5 Meter lange Limousine soll unter dem Octavia positioniert werden, dessen Nachfolger leicht wachsen wird. Um die Kosten beim Rapid im Rahmen zu halten, bediente sich Škoda beim Chassis aus Teilen von Polo und Golf. Preislich soll der Rapid bei rund 14.000 Euro starten. Schon ein Jahr später ist eine Kombiversion des Rapid geplant, der voraussichtlich Space back heißen wird.
Das erste Modell von Škoda, das auf dem konzernweit eingesetzten Modularen Querbaukasten (MQB) aufbaut, ist die dritte Generation des Octavia, die ihr Debüt im Frühjahr 2013 in Genf geben wird. Der MQB erlaubt es, den Octavia kostengünstig zu strecken. Ein längerer Radstand soll für mehr Platz und Komfort sorgen und das Auto eigenständiger erscheinen lassen. Intern ist zu hören, dass ab 2016 sogar eine Shootingbrake-Version folgen könnte. 2014 debütiert der neue Fabia. Bei nahezu identischen Außenmaßen erhält das Polo-Derivat dank des MQB mehr Platz zwischen den Achsen. Erstmals kommen neue Dreizylinder-TDI zum Einsatz. Die 75-PS-Version soll den Fabia Diesel zum Dreiliterauto machen. Nicht zuletzt spielt beim Ausbau der Škoda- Modellpalette ein größeres SUV eine wichtige Rolle für den künftigen Markenauftritt. Immer häufiger ist von einem Siebensitzer zu hören, der Ende 2015 in den Markt gehen könnte. Voraussichtliche Modellbezeichnung: Snowman. Besonders wichtig wird dieses Auto, das in der Architektur dem nächsten Tiguan XL entsprechen wird, für die östlichen Märkte. Der Snowman soll daher in Russland und auch in China gebaut werden und dort hauptsächlich gegen die SUVs von Kia und Hyundai antreten. Denn von den Koreanern will sich Škoda nicht vom Siegerpodest stoßen lassen.