Detroit. Den größten Zuwachs jedoch verzeichneten im vorigen Jahr die Sport Utility Vehicles (SUVs), deren Erfindung General Motors für sich beansprucht. Demnach markiert der 1935 eingeführte Chevrolet Suburban Carryall als erster amerikanischer Kleinlaster mit Kombiaufbau die Geburtsstunde des SUV. Gut 80 Jahre später fährt dieses Segment an der Spitze der Pkw-Zulassungsstatistik (Pickups werden in der Kategorie Light Trucks geführt). Die Gründe des SUV-Booms sind vielfältig. Funktionalität, Lifestyle, höheres Sicherheitsgefühl, Zugkraft und in vielen Fällen der Allradantrieb – häufig optional – machen für die meisten Kunden den Reiz eines SUV aus. Kutschierten früher Eltern ihren Nachwuchs in riesigen Kombis (Station Wagon) durch die Gegend, sitzen die Kinder heute auf der Rückbank eines SUV. Das Angebot an klassischen Kombis auf dem US-Markt liegt daher auch auf äußerst niedrigem Niveau. Selbst die deutschen Autohersteller haben aufgegeben, hier einen Trend setzen zu wollen.
Jedes dritte neue Auto ein SUV
Auch die Vans mussten beim Absatz Federn lassen. Sie gelten als „Soccer Mom's Car“ und kleinbürgerlich. Das coolere Image liefern die SUVs. Bemerkenswert: Trotz des derzeit sehr niedrigen Spritpreises lässt sich dennoch der Großteil der US-Autokäufer nicht dazu verleiten, auf sehr große SUVs zu setzen. Modelle wie Cadillac Escalade oder Lincoln Navigator verkaufen sich zwar gut, erreichen aber keine Zuwächse mehr. Deutlich beliebter ist das A-Segment. Es legte zuletzt um gut 20 Prozent zu. Im November lag mit 32.378 Neuzulassungen der Honda CR-V an der Spitze, vor Ford Escape und Toyota RAV4. „Die Zulassungen kompakter SUVs und Crossover nehmen wohl auch deshalb zu, weil die Hersteller mehr und mehr dieses Segment bedienen“, sagt Stefan Bratzel. „Wir sehen derzeit kein Ende des SUV-Booms, weder in Europa noch in den USA“, so der Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Das spüren auch die deutschen Premiumhersteller, obgleich ihr Anteil am amerikanischen SUVMarkt sehr gering ist. Audi bietet seine gesamte SUV-Palette in den USA an. Bestseller ist der Q5, der 2014 erstmals den A4 auf Platz zwei verwies. Bei Mercedes bilden die SUVs das volumenstärkste Segment in den USA. Porsche verkauft hier über 50 Prozent mehr Cayenne als Carrera. BMWs SUV-Anteil liegt bei 32 Prozent. Einzig Volkswagen kann vom Boom der kompakten Sport Utility Vehicles in Amerika nicht profitieren. Für den Tiguan entscheiden sich monatlich nur rund 2000 Käufer, Konkurrenzmodelle aus Japan und Amerika erreichen das Zehnfache. VW kommt im Segment der kompakten SUVs nur auf einen Anteil von einem Prozent.