Prag. Die tschechische VW-Marke Skoda hat im Geschäftsjahr 2008 mit weltweit 674.530 Fahrzeugen einen neuen Auslieferungsrekord erzielt. Auch der Auftragseingang 2009 ist laut Vorstandschef Reinhard Jung "recht erfreulich“, vor allem bei kleinen Fahrzeugen wie dem Fabia und betont verbrauchsgünstigen Motorisierungen. Im Zuge der Autokrise kommt allerdings auch Skoda nicht um tiefe Einschnitte herum. "Wir haben daher inzwischen ein internes Optimierungsprogramm namens Scout aufgelegt, mit dem wir Ungereimtheiten in allen Unternehmensbereichen aufspüren wollen“, sagte Jung bei der Vorlage der Bilanz für 2008.
Von Doppelarbeit in der Verwaltung bis hin zu Verschwendung in Entwicklung und Produktion – Scout soll helfen, die Kostenlast zu senken. Den Ergebnisbeitrag von Scout allein für das vergangene Jahr beziffert Jung auf "rund 70 Millionen Euro“. Eine Prognose für 2009 wagt der Skoda-Lenker nicht: "Dafür ist die Unsicherheit in den Märkten einfach zu groß.“ Aus diesem Grund können auch die Zulieferer der Tschechen einstweilen nicht mit verlässlichen Planzahlen rechnen. "Noch vor sechs, sieben Wochen haben wir unseren Lieferanten gesagt, dass wir 750 Fabia am Tag bauen werden, an wöchentlich vier Arbeitstagen“, so Jung. Nicht zuletzt aufgrund der Umweltprämie montiere Skoda "inzwischen aber 1000 Stück täglich – und zwar an fünf Tagen pro Woche“.
Hoffnungen auf eine weitere Belebung des Skoda-Absatzes knüpft das Management an die für die Jahresmitte geplante Einführung des Kompakt-SUV Yeti. Auf Anfrage von Automobilwoche stellte Skoda-Vertriebschef Fred Kappler für die fünfte Baureihe einen Grundpreis von "unter 20.000 Euro in Deutschland“ in Aussicht. Die Frage dieser Zeitung nach dem Urteil der Skoda-Führung über mögliche Finanzhilfen für den schwer angeschlagenen Wettbewerber Opel beantwortete Reinhard Jung differenziert: "Schon aufgrund der gemeinsamen Zuliefererstrukturen kann es nicht in unserem Interesse sein, dass ein Autohersteller ganz vom Markt verschwindet.“ Kurzfristige Hilfen, etwa, um an Kredite zu gelangen, dürfe es daher geben. Einen dauerhaften Einstieg des Staats und Subventionen lehnt Jung aber ab. "Das wäre Wettbewerbsverzerrung.“