München. Wie akut die Gefahr eines Hackerangriffs bei vernetzten Fahrzeugen ist, musste gerade Elektroautopionier Tesla erleben. Das chinesische Sicherheitsunternehmen Qihoo 360 Technology rief den Wettbewerb "Cracking Tesla" aus und Hacker dazu auf, von außen in einen Tesla einzudringen und das Kommando zu übernehmen. Preisgeld 10.000 Dollar. Zwei chinesischen Studenten gelang es, sich kabellos in ein Model S zu hacken, Türen und Schiebedach zu öffnen, Lampen einzuschalten und zu hupen.
IT-Sicherheitsexperte Sebastian Schreiber sieht Tesla nicht als Einzelfall und gibt gleichzeitig ein wenig Entwarnung: „Mit Meldungen wie ‚Auto gehackt‘ muss man differenziert umgehen. Das bedeutet nicht gleich, dass Hacker mit einem Trick die volle Gewalt über das Auto erreichen“, sagte er der Automobilwoche. Schreiber ist professioneller Hacker und gefragter IT-Experte, auf dessen Können bereits Daimler, IBM und Hewlett-Packard vertrauten. Er macht das Hauptproblem in der Tesla-App aus, mit der sich zentrale Funktionen steuern lassen. „Der Hackangriff erfolgte wohl über die Tesla-App, und Apps bieten grundsätzlich immer eine Schwachstelle, sich in ein System von außen einzuwählen. So auch beim Auto, unabhängig davon, um welchen Autohersteller es sich handelt“, sagt er.