München. Die wachsende Zahl von Assistenzsystemen und das autonome Fahren könnten auf Dauer auch die Fahrschulung verändern. „Die Menschen nutzen schon heute nur 15 Prozent der Systeme in ihren Autos. Deswegen muss man sie ausbilden“, sagt Klemens Schmiederer, seit Februar Vorstandsmitglied des TÜV Süd und Chef des Segments Mobilität. Stattfinden könnte diese Ausbildung für den Umgang mit Assistenzsystemen und autonomem Fahren künftig schon in den Fahrschulen. „Vielleicht wird das irgendwann auch Teil der Führerscheinprüfung.“
Schulungen für das autonome Fahren
Dabei geht es auch darum, Vertrauen gegenüber den Systemen aufzubauen. „Überlasse ich den Einparkvorgang meinem Auto? Auch wenn hinter mir eine Schlange ist und jemand hupt? Vertraue ich darauf, dass der Computer das schneller und besser hinbekommt als ich?“, fragt Schmiederer. Technisch sei das schon jetzt der Fall. Es kämen bereits Ausparkassistenten auf den Markt, weil sich Fahrer beschwerten, dass sie kaum mehr aus den Lücken kommen, in die ihr Fahrzeug automatisch gefahren ist.
Um dieses Vertrauen zu schaffen, hält Schmiederer klare rechtliche Regelungen zum autonomen Fahren für zentral. „Auch heute ist ein Auto nicht unfallfrei“, sagt er. „Trotzdem haben die Menschen Vertrauen, weil sie wissen, dass es einen klaren juristischen Rahmen gibt. Deswegen braucht man diese Leitplanken auch für das autonome Fahren.“
Zunächst müssten sich aber Politik und Gesellschaft darüber klar werden, wie diese Regelungen aussehen sollen. Erst dann könne man auch Prüfverfahren entwickeln, mit denen man die Sicherheit der Systeme gewährleisten könne. „Über kurz oder lang wird das auch Thema in der Hauptuntersuchung werden“, sagt Schmiederer. Bis es so weit ist, werde es aber noch einige Zeit dauern.