Auf die Frage, wie der Opel Insignia im Verkauf läuft, antwortete mir ein Händler hinter vorgehaltene Hand: „Gut, es ist aber auch ein wirklich gutes Auto. Aber was meinen Sie, wie der sich verkaufen würde, wenn nicht Opel, sondern Audi draufstünde?“ Die Offenheit des Opel-Händlers ist verblüffend. Aber er dürfte recht haben: Obwohl in vielen „repräsentativen Umfragen“ immer wieder eine Zweidrittelmehrheit der Befragten sagt, das Auto sei für sie kein Statussymbol, zieht eine Marke doch nach wie vor besser als jeder neue, noch so sparsame und leistungsstarke Motor – und sei er elektrisch. Das hat niemand besser erkannt als Opel und deshalb die Kampagne „Umparken im Kopf“ gestartet.
Marketing, Werbung und Kommunikation mit dem Kunden ist auch beim Automobilwoche Kongress am 13. und 14. November in Berlin ein zentrales Thema. Tina Müller, Marketing-Vorstand bei Opel und für die Umparken-Kampagne verantwortlich, wird hier erläutern, wie die Marke mit dem Blitz bewusst Vorurteile aufgreift und zu entkräften versucht. Das wird spannend, ist die Höherpositionierung einer Marke doch ein langwieriges und schwieriges Unterfangen. Wenn man den Erfolg des Elektroautoherstellers Tesla anschaut, könnte man meinen, eine neue Marke aufzubauen sei einfacher, als eine bestehende umzubauen. Die Frage ist: Will Opel zur Premiummarke aufsteigen oder auf die Shortlist von Menschen, denen eine Marke nicht unwichtig, aber auch nicht das Wichtigste ist? Sozusagen ein automobiles Nivea, weniger von Luxus als von Vertrauen geprägt. Man darf gespannt sein, wie Tina Müller dieses Umparkmanöver hinbekommen will. Nach ihrem Vortrag beim Automobilwoche Kongress geht es um eine Frage, die nicht nur Opel, sondern alle Autobauer umtreibt: Wie erreicht man die Generation Smartphone? Läuft die Industrie Gefahr, den Kontakt zur nächsten Generation zu verlieren? Über diese Schicksalsfrage der Branche reden neben Stefanie Wurst, BMWs Marketingchefin für Deutschland, auch Franziska von Lewinski, Vorstand der Agentur fischerAppelt. Wenn das keine Reise nach Berlin wert ist.