Hamburg. Im Innenraum will Mercedes Komfort neu definieren. Liegesitze im Fond haben First-Class-Charakter. Hot-Stone-Massage, Parfümdüfte und Burmester-Sound auf Konzertsaal-Niveau sollen einen Wellness-Tempel schaffen. „Mit diesen Features bleiben wir die Nummer eins“, sagt Forschungs- und Entwicklungschef Thomas Weber. Nie zuvor hat Daimler bei seinem Flaggschiff solchen Entwicklungsaufwand betrieben. „Es ist das Herzstück der Marke“, sagt Konzernchef Dieter Zetsche, „wir haben massiv in die S-Klasse investiert.“ Nicht ohne Grund. Gilt es doch, die deutschen Konkurrenten Audi A8 und BMW Siebener auf Abstand zu halten. Noch ist die S-Klasse die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt. Im vergangenen Jahr waren es rund 65.000 Einheiten. Prognosen für die Zukunft macht Mercedes nicht. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die neue S-Klasse ihre Top- Position ausbauen wird“, sagt Vertriebs- und Marketingchef Joachim Schmidt. Experten schätzen, dass Mercedes 2014 rund 100.000 Einheiten verkaufen könnte, die meisten nach China. Daher wurde der Luxusliner erstmals von Beginn an aus der Langversion heraus entwickelt. Zur Markteinführung in Deutschland im Juli – im September folgen USA und China – stattet Mercedes die S-Klasse lediglich mit bekannten Aggregaten aus. Die neuen Sechszylinder- Reihenmotoren kommen nicht vor Ende 2014. Etwas früher dürfte die Neungangautomatik Einzug halten. Dennoch verspricht Weber Verbrauchswerte, die teils auf Kleinwagenniveau liegen. Mit nur 4,4 Litern soll sich der ab 2014 erhältliche S 300 BlueTec Hybrid zufriedengeben, 5,5 Liter sind es beim V6-Diesel S 350 BlueTec. Auf 6,3 Liter kommt der S 400 Hybrid. Und selbst der Klassiker, der S 500 mit dem bekannten V8-Benziner (455 PS), gibt sich mit 8,6 Litern sparsam. Einen neuen Rekord will Weber mit dem S 500 Plug-in Hybrid setzen. „Hier wird erstmals in dieser Klasse eine drei vor dem Komma stehen“, so der Entwicklungschef.
S-Klasse soll die Konkurrenz deklassieren
Seit über 40 Jahren steht bei der Mercedes S-Klasse das "S“ für "Sonderklasse“. Bei der sechsten Generation – intern W222 genannt – kann das "S“ ohne Übertreibung auch für "Superlativ“ stehen. Denn den Schwaben gelang eine Reihe von Bestwerten im Luxussegment des Automobilbaus. Geringster cW-Wert, leiseste Limousine, niedrigster Verbrauch, modernstes Multimediasystem, die meisten Applikationen und Assistenzsysteme, höchste Sicherheit, erstes Auto mit voll digitalem Cockpit, WLAN-Fernbedienung und Magic Body Control – einem Kameraduo, das die Fahrbahn liest und entsprechend das Fahrwerk einstellt –, erstes Auto mit LEDs statt Glühlampen.