Mladá Boleslav. Als Detlef Wittig, Chef der tschechischen VW-Marke Skoda, im Rahmen der Weltpremiere des Roomster den Grundpreis des Kompaktvans verkündete, ging ein Raunen durch das Fachpublikum. 12.990 Euro für die Version mit dem 64-PS-Benziner, das klang nach einer Kampfansage an die Konkurrenz. Mag das Design des rundlichen Fünfsitzers mit der ungewöhnlichen Linienführung vor allem der vorderen Seitenfenster auch "polarisierend wirken", wie Wittig konzediert. Die Preisgestaltung der vierten Skoda-Baureihe, ab dem 2. September im Handel, ist zweifelsohne attraktiv.
Rundlich, praktisch, gut
Rein äusserlich ähnelt der aus Kostengründen auf Modulen der Skoda-Typen Fabia und Octavia basierende Roomster dem sichtlich auf Nutzwert getrimmten Opel Combo sowie dem Berlingo von Citroën. Als wichtigste Wettbewerber aber nennt Skoda Auto Deutschland, Importeur im grössten Absatzmarkt der Tschechen, die eher als Lifestyle- und Kleinfamilien-Vehikel positionierten Opel Meriva (ab 14.520 Euro) und Fiat Idea (ab 13.550 Euro).
Die Hoffnung, sogar Interessenten für die B-Klasse des Premiumherstellers Mercedes-Benz zum Roomster locken zu können, begründet Skoda vor allem mit der "enormen Variabilität" (Wittig) des 4,20 Meter langen Hochdachmobils. So bietet der Fronttriebler im Fond einzeln klapp-, verschieb- und demontierbare Sitze. Je nach Bestuhlung steht ein Kofferraumvolumen von 450 bis 530 Liter zur Verfügung. Bei den Motoren können die Kunden zwischen je drei Benzin- und Dieselaggregaten wählen; die Top-Ausführung mit 105 PS ist bis zu 184 km/h schnell. Skoda plant, jährlich etwa 70.000 Roomster zu verkaufen, rund 10.000 davon auf dem deutschen Markt.
Gewiss, Messe-Exponate wie die in Genf und Leipzig werden vorab penibel auf rundum perfektes Finish geprüft. Doch auch für die Grossserie verspricht Skoda-Stratege Wittig akkurate Spaltmasse und festen Sitz sämtlicher Schrauben: "Wir legen besonderen Wert auf reife Autos."