München. Die Kunden tragen ihren Servicewunsch ein, der an registrierte Werkstätten weitergeleitet wird. Diese geben Angebote ab, die drei schnellsten werden an den Nutzer weitergeleitet, der sich für ein Angebot entscheiden und dieses direkt buchen kann. Bisher spielt Autobutler in Deutschland noch eine eher kleine Rolle. Dies könnte sich mit dem Eintritt von Ebay aber schnell ändern. Autobutler spricht von einem Anstieg der Anfragen um mehr als 200 Prozent am Tag der Bekanntgabe der Kooperation. Das Portal hofft, möglichst bald ähnliche Zahlen wie in Dänemark zu erreichen. Dort kommt es auf sechs bis sieben Aufträge pro Werkstatt und Monat. Derzeit ist man davon aber weit entfernt. Seit dem Start hat Autobutler erst 290 Aufträge vermittelt – bei 1300 registrierten Werkstätten. Autobutler verlangt von den Werkstätten 699 Euro im Jahr und zehn Prozent des vermittelten Umsatzes. Das ist mehr als bei den Wettbewerbern (siehe Kasten). Der Preis könnte zum wichtigen Faktor im Kampf der Werkstattportale werden, zumal Fairgarage diesen Wettbewerb gerade angeheizt hat. Die DAT-Tochter bietet jetzt eine Version ohne Grundgebühr und seit Längerem bereits eine Flatrate ohne Umsatzbeteiligung. Ein Schub durch den neuen Tarif täte Fairgarage gut. Derzeit sind 1588 Unternehmen im Portal aktiv, bis Jahresende sollen es 1800 werden, wie DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann sagt. 970 haben aktuell die für eine Preiskalkulation nötigen Daten hinterlegt. Pro Woche steigt diese Zahl um 15 bis 20. Allerdings nutzen manche Werkstätten nur das Web-Kit, mit dem sie die Technologie hinter Fairgarage auf der eigenen Homepage einsetzen, und verzichten auf eine Präsenz im Portal. Gerade erst hat Fairgarage hier die überarbeitete Version 2.0 gezeigt und will die Kunden bei deren Optimierung ihres Auftritts für Suchmaschinen (SEO) unterstützen. Boschs Drivelog ist auf Wachstumskurs. Seit dem Frühjahr ist die Zahl der registrierten Werkstätten um 2500 auf 8000 gestiegen. Mittlerweile bieten 2500 von ihnen eine Direktbuchung an. Weiteren Schub könnte ein Stecker für die OBD2-Schnittstelle bringen, der ab Anfang 2015 einen Check des Autos ermöglichen soll und – falls nötig – in Verbindung mit dem Smartphone die direkte Terminbuchung. Teilweise soll daraus sogar eine Kostenkalkulation erfolgen, was Autofahrern eine größere Bandbreite an Leistungen eröffnen würde. Bei der Börse AutoScout24, die als erste bundesweit Werkstattbuchungen angeboten hat, scheint sich die zunehmende Konkurrenz bemerkbar zu machen. Zwar ist das Unternehmen mit 3400 Werkstätten, die eine direkte Buchung anbieten, nach wie vor die Nummer eins in dieser Kategorie. Die Zahl der Buchungen und telefonischen Kontaktaufnahmen ist im Vergleich zum Frühjahr aber stark rückläufig. Im März hatte Auto- Scout24 von insgesamt 33.000 berichtet. Zuletzt waren es 23.000. Auto Scout24 verweist in diesem Zusammenhang auf saisonale Einflüsse wie die Reifensaison im Frühjahr und das Sommerloch und erwartet nun wieder Wachstum. Zu Gerüchten, das Werkstattportal könne dem Umbau durch den neuen Eigner Hellman & Friedman zum Opfer fallen, erklärte das Unternehmen: „Auto- Scout24 hat mit dem Werkstattportal eine marktführende Onlineplattform geschaffen. Für den nächsten Entwicklungsschritt des Portals evaluieren wir verschiedene Ansätze.“
Verschärfter Wettbewerb
Ringen um die Servicekunden im Netz
Der Markt der Internet- Werkstattportale ist in Bewegung. Nachdem schon länger darüber gemunkelt wurde, ist nun auch Online-Riese Ebay eingestiegen. Das Unternehmen kooperiert dazu mit Autobutler, einem Portal aus Dänemark, das im Frühjahr in den deutschen Markt gestartet ist. Ebay übernimmt in seinem Angebot das System von Autobutler.