München. Als die Rennen und Tests für 115 Teams mit ihren selbst entwickelten und gebauten Rennwagen Anfang August auf dem Hockenheimring zu Ende gegangen waren, hatten sicher wieder einige der 3000 Teilnehmer einen vielversprechenden Job in Aussicht – bei einem der Automobilhersteller und -zulieferer, die die Formula Student unterstützen. Genau das ist eine wichtige Motivation für das aufwendige Sponsoring, das die Unternehmen hier betreiben.
„In den vergangenen Jahren haben wir mehr als 100 Nachwuchsingenieure eingestellt, die in Formula-Student-Teams aktiv waren und die wir über diesen Wettbewerb kennengelernt haben“, berichtet Martin Frick, Leiter des Personalmarketings bei ZF. Bernhard Bihr, Geschäftsführer von Bosch Engineering, hat ähnliche Erfolgsmeldungen parat: „In den vergangenen Jahren konnten durch das Sponsoring der FSG und den direkten Kontakt mit den Teams mehr als 60 hoch qualifizierte Nachwuchskräfte“ für Bosch und die Töchter Bosch Engineering und ETAS gewonnen werden. Bei Daimler zählt man nicht nach. Aber „wir haben zahlreiche ehemalige Formula-Student-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer an Bord“, sagt Peter Berg, Leiter Global Talent Acquisition and Development.
Hinter den Zahlen stehen Geschichten wie die von Benedikt Locker (28). Er studierte Mechatronik an der Uni Erlangen-Nürnberg und war von 2008 bis 2012 Mitglied eines Formula-Student-Teams. Heute arbeitet er bei Schaeffler in der Entwicklung und Integration Gesamtfahrzeug.Beide Seiten stecken viel Energie in die Formula Student. Für die Studenten bedeutet die Entwicklung der Rennwagen mit allem Drumherum enormen Zeitaufwand. Wie wichtig den Sponsoren das Projekt ist, zeigen sie, indem sie neben Geld und Komponenten auch hoch qualifizierte Mitarbeiter abstellen, die die Nachwuchsingenieure unterstützen und sich in die Organisation der Veranstaltung einbringen.Bei Daimler und Mercedes-AMG etwa beinhalten die Sponsoringpakete Geld- und Sachleistungen, Fachbereichssupport sowie ein Mentoring. Zudem gibt es einen Racetrack genannten Vorbereitungstag. Bosch Engineering veranstaltet jährlich einen Workshop für alle Teams. „Fast schon ein Pflichttermin für die Bosch-gesponserten FSG-Teams ist der Erprobungs-Workshop im Bosch-Prüfzentrum in Boxberg“, sagt Bosch Engineering-Geschäftsführer Bihr. Dort stehen ihnen 40 Experten aus dem Unternehmen zur Seite. ZF lädt seine Teams für zweieinhalb Tage nach Friedrichshafen ins „Race Camp“, wo sie mit ZF-Ingenieuren ihre Rennwagen testen und weiterentwickeln.