Wolfsburg. Angesichts des weltweit zunehmenden Konkurrenzdrucks im Automobilgeschäft will der VW-Vorstand die Rentabilität neuer Fahrzeugreihen erhöhen. "Es reicht nicht aus, erstklassige Produkte anzubieten", räumte Konzernchef Bernd Pischetsrieder bei der VW-Hauptversammlung vergangenen Donnerstag (21. April) in Hamburg ein, "die Produktrenditen müssen auch genügend Handlungsspielraum lassen."
Bei der Stammmarke VW arbeitet das neue Konzernvorstandsmitglied Wolfgang Bernhard bereits mit Hochdruck an der Schaffung "wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen" (Pischetsrieder). So hat Bernhard, der die Leitung der Markengruppe Volkswagen (mit Skoda, Bentley und Bugatti) am 1. Mai offiziell übernimmt, im Rahmen eines mehrtägigen Workshops zum geplanten "Kompakt-SUV" jüngst festgelegt, dass der kleine VW-Geländewagen die Schalttafel des Golf Plus übernimmt.
"Solche Einsparpotenziale möchte Bernhard rasch auch bei anderen Projekten wie dem Nachfolger des VW Polo realisieren", berichtet ein Teilnehmer. Funktionsübergreifende Teams aus Entwicklung, Qualitätssicherung und Vertrieb wolle Bernhard daher noch früher und enger als bisher bei VW üblich für die Arbeit an neuen Modellen zusammenspannen.
Auch bei der Marke VW Nutzfahrzeuge (VWN) soll die Rendite neuer Fahrzeugreihen steigen. So erwägt die VWN-Führung, bei bestimmten Versionen der nächsten Transporter-Generation (T6) auf teure Bauteile wie die hintere Einzelradaufhängung und einen Hilfsrahmen zu verzichten, um gewerblichen Kunden günstigere Nutzfahrzeuge bieten zu können.