München. Das lässt sich auch am Twingo ablesen. Der in Zusammenarbeit mit Smart entwickelte Viersitzer bleibt Renaults einziger Vertreter dieser Klasse. Einen französischen Smart-Fortwo-Ableger wird es definitiv nicht geben. Aus internen Kreisen ist zu hören, dass es dafür keinen vernünftigen Business Case gegeben hat. Der Kurz- Twingo hätte preislich unter dem Smart positioniert werden müssen. Zudem zeigen sich Renault- Kunden – dies ergaben Clinic- Tests – unwillig, mehr Geld für „weniger“ Auto auszugeben. Strategisch strafft Renault einerseits sein Portfolio, will dies aber teilweise mit neuen Modellen kompensieren. Dem Mégane, heute noch in fünf Varianten vertreten, müssen künftig drei genügen: Fünf- und Dreitürer sowie Kombi. Ein Cabrio wird es nicht mehr geben. Der Nachfolger des gallischen Golf ist erstmals auf der IAA im September 2015 zu sehen. Beim Espace – Markteinführung April – entfällt die Langversion. Der Modus wurde bereits eingestellt. Minivans gelten derzeit als uncool. Im Trend liegen kleine SUVs. Dies zeigt der Modus-Nachfolger Captur, in Europa immerhin Bestseller im Segment. Schon nächsten Juni soll ein größerer Bruder folgen. Er basiert technisch auf dem Nissan Qashqai, erhält aber eine eigenständige Karosserie. Das Debüt ist für März auf dem Genfer Salon angesetzt. Auch ein noch größeres SUV will sich Renault leisten. Es wäre der Nachfolger des glücklosen Koleos, der nicht einmal seinen Namen behalten darf. Das SUV startet 2016 in China und 2017 in Europa. Drei Klassen tiefer wollen die Franzosen auch mit einem Mini- SUV punkten. Aber nur in Indien und nicht unter dem Namen Dacia. Das circa 3,60 Meter lange Gefährt soll weniger als 5000 Euro kosten und dort bereits im Mai vom Band laufen. Renault betont, dass keine abgeschriebenen Werkzeuge und alte Technik aus dem Regal genutzt werden. Das kleine Crossover steht auf einer neu entwickelten Plattform. Optische Hinweise gibt die Studie „Kwid“, die im Februar auf der Messe in Neu-Delhi stand. Längst fertig ist auch der neue Laguna, der jedoch aus Imagegründen einen anderen Namen erhält. Welchen, will Renault nicht verraten. Die Premiere der in Richtung Premium gepushten Limousine ist auf nächsten Sommer gelegt. Kurz darauf soll der Kombi folgen. Eine Coupé-Version ist nicht mehr vorgesehen. Bereits für 2016 steht der neue Kompaktvan Scénic auf dem Programm, leicht gewachsen und mit deutlich verbesserter Qualität und Funktionalität. Auch bei ihm verzichtet Renault auf eine Variante mit längerem Radstand. Ebenfalls 2016 erfolgt die Reanimierung der Sportwagenmarke Alpine. Ob sich die Neuauflage optisch eher an die legendäre Rallye-Flunder Alpine A110 oder mehr an den A310 anlehnt, will Laurens van den Acker noch nicht preisgeben. Fest steht zumindest, dass es nicht bei einem Alpine-Modell bleiben wird. Schließlich war es Konzernboss Carlos Ghosn selbst, der sagte: „Ein Modell ist keine Marke.“
SUV-Palette
Renault will XXS bis XXL bieten
Seit Designchef Laurens van den Acker die Karosserielinien zieht, drehen sich die Leute wieder um nach einem Renault. Die veränderte Optik zeigt Wirkung. Gutes Beispiel ist das Crossover Captur. Ebenso als Eyecatcher gilt der neue Espace. Der schicke Van feierte sein Debüt jüngst auf dem Pariser Autosalon. „Seit diesem Jahr ist das Design bei uns Kaufgrund Nummer eins“, sagt van den Acker, und will dafür sorgen, dass dies noch lange so bleibt. Sein Motto: Einfachheit gepaart mit mediterranem Flair.