München. Der Plan von Laurens van den Acker sieht zudem vor, die Schwestermarke Dacia stilistisch deutlicher von Renault abzugrenzen. „Renault ist lateinisch, sinnlich, emotional, Dacia germanisch, robust und rational“, so der 48-jährige Niederländer. Auch hier scheint die Strategie zu fruchten: Die neue Generation des Dacia Sandero hat im Juni in Europa beim Absatz bereits den Ford Fiesta überholt. Spannend dürfte es für Renault- Freunde im nächsten Jahr werden. Auf dem Programm steht die Auswechslung des größten und des kleinsten Modells. In welche Richtung das Flaggschiff Espace fährt, konnte man in Form einer Konzeptstudie jüngst auf der IAA in Frankfurt sehen. Van den Acker bricht hier radikal mit den klassischen Van-Proportionen. Der Nachfolger gleicht mehr einem Crossover. Grund: Der neue Espace soll auch außerhalb Europas verkauft werden. Und hier tun sich gewöhnlich Crossover leichter als Vans. Für den Pariser Salon im Herbst 2014 ist das Seriendebüt zu erwarten, wenige Monate später folgt der Marktstart. Schon im Frühsommer 2014 wird die dritte Generation des Twingo ihren französischen Charme spielen lassen (Debüt im März in Genf). Mit dem Vorgänger gibt es keine Gemeinsamkeiten mehr. Architektur und Antrieb wurden gemeinsam mit Daimler/ Smart entwickelt. Die Stuttgarter bauen darauf den nächsten Smart Forfour. Beide sind Viertürer, beide haben den Motor (Dreizylinder- Turbobenziner) und das Getriebe (manuell oder Doppelkupplung) im Heck, aber beide sind optisch eigenständig. Wie der Twingo aussieht, hat CEO Carlos Ghosn auf der IAA verraten: „Man muss sich am Renault- Stand nur die Studie ,Twin Go‘ anschauen.“ Andere Details kamen von Smart-Chefin Annette Winkler. Sie spricht von einem „Wendekreis, den die Welt noch nicht gesehen hat“. Und weil beide Modelle auch für den Elektroantrieb konzipiert wurden, steckt unter den Vordersitzen ein Sandwichboden. Was bleibt, ist der Name. Europaweit gibt es zwei Millionen Twingo-Besitzer. Die will man durch einen neuen Namen nicht verprellen. 2015 wird Renault den neuen Koleos präsentieren sowie die Baureihe Mégane erneuern. Sein letztes Facelift erhielt der französische Golf-Gegner vor wenigen Wochen. Im selben Jahr ist auch der nächste Laguna dran. Ja, es wird einen Nachfolger geben. Ja, es wird eine klassische Stufenhecklimousine, weil Renault auch den asiatischen Markt im Auge hat. Die Produktion des Laguna erfolgt höchstwahrscheinlich bei Samsung in Korea. Das Jahr 2016 schließlich dürfen sich automobile Nostalgiker dick und rot anstreichen. Renault wird einen flachen Zweisitzer auf die Räder stellen und ihn in Anlehnung an die legendäre Rallye- Flunder wieder Alpine nennen. Retro ist gewollt. Designchef Laurens van den Acker hat vor, das Modell zum „911er von Alpine“ zu machen.
Renault schafft die Wende beim Design
Nur wenige Autohersteller krempeln derzeit ihre Modellpalette so konsequent um wie Renault dies tut. Erkennbar ist dies vor allem an der neuen Designsprache, intern New Brand Identity (NBI) genannt. Chefdesigner Laurens van den Acker bezeichnet den optischen Auftritt von Renault als „simpel, sinnlich und warm“. Den Anfang machten die Modelle Clio, Captur und Zoe. Das Design scheint bei den Kunden anzukommen. Ende Juli war der Clio in seiner Klasse die Nummer zwei in Europa – 2012 noch Nummer vier. Der Absatz stieg um 19 Prozent. Als Volltreffer erweist sich der Captur. Das kleine Crossover überholte im Juni den Nissan Juke und steht in Europa nun an der Spitze des SUV-B-Segments.