Nürtingen. Das Wechseln und Einlagern von Reifen ist für Autohäuser ein Verlustgeschäft und wird selbst dann nicht zum Gewinnbringer, wenn die Autohäuser für die Einlagerung auf einen externen Dienstleister zurückgreifen. Zu diesem Ergebnis kommen Willi Diez und Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft (IFA) in einer Studie für das Räderhotel 4Wheels. Laut Reindl führt das Geschäft mit Räderwechsel und Einlagerung im Schnitt unter Beachtung aller Kosten zu Verlusten. Diese ließen sich durch Verbesserungsmaßnahmen wie die Einführung und Kontrolle effizienterer Abläufe zwar verringern, ein Gewinn falle aber auch dann noch nicht ab. Letztlich müsse das Autohaus die Kontakte, die sich beim Reifenwechsel zweimal im Jahr ergeben, nutzen, um dem Kunden zusätzliche Dienstleistungen und Produkte zu verkaufen.
„Die Generierung von Zusatzgeschäften auf Basis der über die Radwechsel- Aktivitäten gewonnenen Kundenkontakte ist der wesentliche Erfolgsfaktor im Rädergeschäft“, sagt Diez. Er kommt in seiner Untersuchung zu dem Ergebnis, dass dieses Potenzial „bislang unzureichend ausgeschöpft“ werde. Die Betriebe hätten in ihren Arbeitsabläufen beim Reifenwechsel zum Teil noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten und könnten die Arbeitszeit hier um bis zu 25 Prozent reduzieren. Die Prozesse müssten schon deshalb verbessert werden, weil sonst der Reifenwechsel, der sich auf zwei relativ kurze Phasen im Jahr konzentriert, in dieser Zeit das klassische Servicegeschäft behindert, an dem die Autohäuser mehr verdienen.