Berlin. Auch im Werkstattgeschäft schwinden die Renditen. Dies liegt nach Ansicht von Wilhelm Hülsdonk, Vizepräsident des Deutschen Kfz-Gewerbes, unter anderem "an nicht kostendeckenden Servicepaketen und den Allinclusive-Flatrates, die inzwischen als Verkaufsinstrument die Rabattsucht beim Neuwagenverkauf in die Werkstatt verlagern“. Auf Dauer sei es ungesund für die Branche, den Neuwagenvertrieb durch spätere Serviceleistungen mit Quersubventionen zu stützen, mahnte Hülsdonk bei der Vorstellung der ZDK-Bilanz 2010. Gleichwohl habe sich das Servicegeschäft "als sehr robust erwiesen“, so Hülsdonk. Die Entwicklung in den Werkstätten lief 2010 besser als erwartet.
Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass der befürchtete Nachfragerückgang aufgrund der Verschrottung von Altfahrzeugen nicht stattgefunden habe. Hülsdonk: "Hier dürfte eine Rolle gespielt haben, dass die verschrotteten Fahrzeuge zum großen Teil nicht in einer Werkstatt, sondern privat repariert oder gewartet wurden.“ Insgesamt stiegen 2010 die Umsätze im Service auf knapp 28,9 Milliarden Euro und lagen damit ebenso wie der Gebrauchtwagenhandel (31,3 Milliarden Euro) leicht im Plus. Dagegen sanken die Erlöse im Neuwagengeschäft um 12,5 Prozent auf 52,2 Milliarden Euro. Angesichts des Minus von 23,4 Prozent bei den Neuzulassungen war dieser Rückgang moderat, was unter anderem dadurch zu erklären ist, "dass nach dem Kleinwagenboom durch die Umweltprämie im Jahr 2010 wieder höherwertigere Fahrzeuge nachgefragt wurden“, so ZDK-Präsident Robert Rademacher.