Berlin/Vomp. Die ganze Autowelt schielt auf Apple & Co. Doch die PS-Branche lockt nicht nur die IT-Giganten, sondern ist ein attraktives Geschäftsfeld für branchenfremde Zulieferer. Das jüngste Beispiel ist der Schmuckproduzent Swarovski mit kristallbesetzten Scheinwerfern für Mercedes. Dabei soll es nicht bleiben: „Wir wollen uns stärker im Automobilbereich engagieren“, sagt Thomas Wiemers, der die Aktivitäten des Konzerns in diesem Bereich leitet. Das will er nicht als Marketing-Maßnahme verstanden wissen. „Wir müssen unseren Bekanntheitsgrad nicht steigern, sondern wir wollen mit der Faszination des Kristalls der Autowelt mehr Brillanz verleihen – und am Ende natürlich Geld verdienen.“
Einfach sei das Geschäft nicht, räumt Wiemers ein. Er hat die PS-Branche sowohl in kaufmännischer als auch in technischer Sicht als härteste der Welt kennengelernt. Die Herausforderungen bei der Angebotsabgabe und der Vertragsgestaltung hat er aber genauso wie bei den Test-, Freigabe- und Qualitätsprozessen bereitwillig angenommen. „Schließlich können wir da noch jede Menge lernen.“ Auf der IAA werde man mehrere Fahrzeuge mit Kristallen sehen, vermeldet er erste Erfolge. „Wir engagieren uns nur bei ausgewählten, exponierten Projekten“, schränkt Wiemers jedoch ein.
Wie weit man es als Quereinsteiger bringen kann, belegt der Berliner Audiopapst Dieter Burmester. Als er das erste High-End-System für Bugatti entwickelt hat, waren das noch maßgeschneiderte Einzelstücke. Mittlerweile werden seine Anlagen bei Mercedes und Porsche zu Tausenden verbaut. Dabei treffen sehr unterschiedliche Welten aufeinander: „Bei uns sind an der Entwicklung eines CD-Spielers zehn Ingenieure beteiligt. An einem Auto arbeiten Tausende, die zur rechten Zeit die entsprechenden Daten erhalten und in ihr Segment einarbeiten müssen“, begründet er die anfängliche Sorge vor der Zusammenarbeit. Doch die habe sich als unbegründet erwiesen: „Technik ist der sachgerechte Umgang mit Naturgesetzen. Und die gelten für alle.“