Genf/Paris. Die Frage nach einer Kooperation mit der angeschlagenen DaimlerChrysler-Marke Smart hat Jean-Martin Folz erwartet. Nein, winkt der PSA-Konzernchef ab, da könne er sich "derzeit wirklich nichts vorstellen". Zwar wollten die Stuttgarter mal wesentliche Komponenten für die Plattform des Smart Forfour bei ihm einkaufen, "aber das Ganze ist Vergangenheit".
Die Franzosen, vor wenigen Jahren noch als Übernahmekandidat gehandelt und ob ihrer Kooperationsstrategie belächelt, haben jetzt einen feinen Partner-Baukasten komplett: Dieselmotoren mit Ford und Jaguar, V6-Benziner mit Renault, leichte Nutzfahrzeuge mit Fiat, kleinere Benzinmotoren mit BMW, SUV-Modelle mit Mitsubishi und Kleinwagen mit Toyota. Folz: "Wir haben derzeit kein weiteres Projekt in der Schublade, wofür wir einen Partner suchen."
Das PSA-Prinzip ist denkbar einfach: erst das Thema, dann der passende Partner. Kooperationen nur dann, wenn die Franzosen etwas erhalten, was sie nicht kostengünstig selbst fertigen können.
Die Früchte dieser Strategie wird Folz bald ernten, und das dazugehörige Stichwort heisst Produktoffensive: "Von Mitte 2004 bis Mitte 2005 bringen wir zehn neue Modelle auf den Markt, das entspricht -- auf ein volles Produktionsjahr umgerechnet -- einem Volumen von einer Million Einheiten."