Leverkusen. Ein neues Auto macht mutig: „Wir haben im B-Segment nie Erfolg gehabt“, gab James Muir, Mazda Motor Europe-CEO, bei der Fahrvorstellung des neuen Mazda2 offen zu. Konnten die Japaner vom Vorgänger innerhalb von vier Jahren in Europa nur rund 155.000 Einheiten absetzen, erwartet man bei Mazda vom Nachfolger bereits im ersten vollen Produktionsjahr gut 70.000 Käufer.
Der neue Mazda2 wird nur noch im Stammwerk Hiroshima gebaut, nicht mehr zusätzlich bei Ford in Valencia. Dennoch wird Ford die Mazda-Plattform auch für den nächsten Fiesta nutzen. Dadurch lassen sich laut Mazda-Europa-Finanzchef Jeff Guyton in großem Umfang Kosten einsparen. „Mit dem neuen Mazda2 können wir im Gegensatz zum Vorgänger Geld verdienen“, sagt Guyton. Wie so oft sollen die Mazda2-Kunden aus dem Lager der „jungen Singles und Paare kommen“, erklärt Mazda-Deutschland-Vertriebsdirektor Klaus Kalthoff. Bislang hätten sich vorwiegend ältere Kunden für den Kleinwagen entschieden. Daher ist nun auch das konservative Hochdach-Design verschwunden. Die meistverkaufte Variante soll nach den Planungen des Importeurs der 86-PS-Benziner in der Ausstattungsvariante Independence werden. Im Grundpreis von 14.200 Euro sind neben ABS, ESP, sechs Airbags und Zentralverriegelung auch Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Audiosystem und Leichtmetallräder enthalten. Bei der Einstiegsvariante mit 75 PS (11.950 Euro, 650 Euro weniger als der Vorgänger) fehlen zwar einige Komfort-Features wie die Klimaanlage, das Sicherheitspaket ist aber auch hier an Bord. Für diese Motorisierung geben die Japaner einen Durchschnittsverbrauch von 5,4 Liter und einen CO2-Ausstoß von 129 Gramm pro Kilometer an. Diese Werte ließen sich in erster Linie durch eine Gewichtsreduktion um 100 Kilogramm realisieren. Zum Marktstart am 20. Oktober wird auch ein 103 PS starker 1,5-Liter-Motor angeboten, auf den allerdings nur rund sieben Prozent der Verkäufe entfallen sollen. Im kommenden Frühjahr wird ein 68 PS starker Diesel aus der Ford-PSA-Kooperation nachgeschoben, ein Dreitürer folgt ebenfalls. Zudem wird bei Mazda derzeit eine moderne Benzinmotoren-Generation entwickelt.