München. Anhaltende Renditeschwäche und Verdrängungswettbewerb, ausbleibende Privatkunden und stark zunehmende Direktverkäufe der Hersteller: Die Rahmenbedingungen für die deutschen Autohäuser sind niederschmetternd. Hinzu kommt die Unsicherheit, wie es mit dem Autovertrieb in Europa weitergeht, wenn 2010 die Gruppenfreistellungsverordnung ausläuft. In den Vertriebsabteilungen der Autoindustrie denkt man zurzeit intensiv über zukunftsfähige Distributionsmodelle nach. Wie die aussehen könnten, hat das Center of Automotive (COA) in Bergisch- Gladbach bei einer Befragung von 26 Autoherstellern und Importeuren ermittelt. Überraschenderweise setzen diese beim Entwurf eines zukunftsfähigen Vertriebsnetzes eher auf kleine und mittelgroße Unternehmen sowie auf eigentümergeführte Autohäuser als auf große Gruppen.
Dass die Handelsriesen nach Auskunft der Hersteller keine so dominierende Rolle spielen sollen wie erwartet, dürfte aber vor allem daran liegen, "dass sie einen viel größeren Einfluss als kleine und mittlere Händler haben“, vermutet Studienleiter Stefan Bratzel. "Für die Hersteller sind die großen Gruppen nämlich nicht immer bequeme Verhandlungspartner.“