Essen. Die israelische Manor-Gruppe hat ihren Einfluss bei Deutschlands drittgrößtem BMW-Händler Procar weiter ausgebaut und stellt nun den alleinigen Chef der übergeordneten Holding des Handelsunternehmens. Anfang 2012 hatten sich die Israelis im Zuge einer Kapitalerhöhung 75 Prozent an Procar gesichert, nun haben sie auf 90 Prozent aufgestockt. Der Anteil von Procar-Gründer Peter Jänsch fiel entsprechend von 25 auf zehn Prozent.
Jänsch hat Ende März auch die Geschäftsführung der Holding verlassen. Von der ehemaligen Doppelspitze verbleibt damit nur Nicolas Wertans, der im Januar 2012 als Vertreter von Manor in die Geschäftsführung gekommen war. Wertans war bis 2009 Frankreich-Chef von BMW. Die Veränderung trägt den neuen Anteilsverhältnissen bei der BMW-Handelsgruppe aus dem Ruhrgebiet Rechnung. Seinen Posten als Aufsichtsrat der operativen Procar Automobile AG behält Jänsch allerdings.Manor unterstützt Procar weiter mit frischem Geld und hat im März zwei Mezzanine-Darlehen übernommen. Procar selbst hätte die Darlehen wegen der schlechten Geschäftslage möglicherweise nicht bedienen können, wie das Unternehmen im jüngsten Geschäftsbericht schreibt: "Unter Berücksichtigung der geplanten Ergebnisse für den Zeitraum bis 2014 besteht das Risiko, dass der Konzern bei Fälligkeit nicht über ausreichende Liquidität zur Rückzahlung der Darlehen verfügt.“ Die Darlehen wären im Februar 2014 fällig geworden. Mezzanine sind eine teure Form der Finanzierung, sie können dafür aber in der Bilanz als Eigenkapital verbucht werden.Procar hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich, in dem die Gruppe deutlich an Umsatz einbüßte und in die roten Zahlen geriet. Zudem gab das Unternehmen die Standorte Bochum und Bottrop ab. Das Jahr sei auch wegen mehrerer Baumaßnahmen nicht repräsentativ, sagt der Chef des operativen Geschäfts, Jörg Felske. Insgesamt waren bei Procar vier Neubauten und zwei Umbauten notwendig geworden. Jetzt seien die Autohäuser sehr modern, und auch in Bezug auf die Standorte sei man besser aufgestellt als zuvor, sagt Felske.Für das inzwischen seit sechs Monaten laufende neue Geschäftsjahr sieht Felske die Procar-Gruppe "genau im Plan“. Man könne sich nach den Bauprojekten wieder auf das automobileGeschäft konzentrieren. Im Geschäftsbericht kündigt Procar für das laufende und die folgenden Geschäftsjahre eine "deutliche Ergebnissteigerung und positive Jahresergebnisse“ an.Procar-Gründer scheidet aus Geschäftsführung aus
Anfang 2012 hatte sich die israelische Manor-Gruppe im Zuge einer Kapitalerhöhung 75 Prozent an der BMW-Handelsgruppe Procar gesichert. Nun haben die Israelis ihren Anteil auf 90 Prozent erhöht.