Auf der IAA wird Ökumene praktiziert: Gemeinsam präsentieren die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die Katholische Messeseelsorge des Bistums Limburg auf dem Außengelände (West F1138) eine „Lichtkirche“: ein mobiles Kirchengebäude aus Holz und Plexiglas, „ausgestattet wie eine Autobahnkirche mit Altar, Anliegen-Buch und Musik im Hintergrund“, wie Stephan M. Geller von der katholischen Notfallseelsorge erklärt. „Wir wollen auf der IAA zeigen: Kirche ist auch für mobile Menschen da.“ Morgens und abends soll es Gebete geben.
Probesitzen im Panzer
Das Online-Portal Hallo Frau gehört fast schon zu den Stammgästen auf der IAA. Bereits zum vierten Mal lädt das Krefelder Unternehmen Neugierige in den Ladiescorner in Halle 4.0 (Stand A35) ein. Hier soll „in gemütlicher Atmosphäre über die praktischen und schönen Dinge des Alltags als Autofahrerin“ informiert werden, wie Natalie Iwantschew, Projektmanagerin der Informationsplattform, sagt. „Frauen kommen in der Automobilindustrie zu kurz, dabei sind bei mehr als der Hälfte aller Kaufentscheidungen die Frauen ausschlaggebend.“ Auf dem 150 Quadratmeter großen Stand sind eine Lounge, eine Kaffeebar sowie Modelle der Hallo Frau-Partner Opel und Chevrolet zu finden.
Gar nicht weit von Hallo Frau entfernt heißt es, ebenfalls in Halle 4.0, „Hallo Bundeswehr“: Auf 250 Quadratmetern am Stand A30 infor- miert das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr vor allem über „Karrieremöglichkeiten und grundsätzliche berufliche Perspektiven als Soldat oder Beamter in der Bundeswehr“, wie Hauptmann Thomas Welschhoff erläutert. Zum dritten Mal präsentieren sich Heer, Marine und Luftwaffe auf der IAA. Dieses Mal soll ein besonderes Highlight den Nachwuchs locken, das für rund 3,1 Millionen Euro vermutlich teuerste IAA-Gefährt: ein Exemplar des Aufklärungspanzers Fennek.
„Prost“-Rufe und erfrischendes Gläserklirren werden in Halle 3.1 am Stand von Sonja und Wilhelm Sitzius zu hören sein. Was hier gezeigt wird? „Ganz klar: Wein“, sagt Gutsherr Wilhelm Sitzius aus Langenlonsheim im Riesling- Gebiet der Nahe. Er und seine Frau sind das erste Mal auf der IAA, man will sich im Umfeld von Premiummarken wie Porsche und Mercedes präsentieren. Gemeinsam mit dem Weingut Dohlmühle werden bei der Gelegenheit „Spitzenweine aus besten Lagen“ verkostet. Wein und Auto, passt das zusammen? „Sehr gut!“, sagt Sitzius. „Eine Flasche Wein kaufen, das Auto stehen lassen und genießen.“ Na dann …
Das DRK ist Stammgast auf der IAA – um vor allem „immer wieder das Thema Erste Hilfe am Unfallort in den Fokus zu rücken“, sagt ein DRK-Sprecher. „Nur gut 30 Prozent der Autofahrer wissen noch über grundlegende Hilfsmaßnahmen Bescheid, das ist zu wenig.“ Auf den Stand B47 in Halle 3.1 sollen unter anderem das neue Rettungsfahrzeug VW Amarok der DRK-Bergwacht sowie sieben historische Krankenwagen locken – etwa ein Framo- KTW von 1958.
Der Lehrstuhl für Verkehrsplanung und Öffentlichen Verkehr der FH Frankfurt stellt Forschungsergebnisse vor. Es geht um das Thema „Nutzerakzeptanz von E-Mobilität“, sagt Professorin Petra K. Schäfer. Man wolle auf der IAA keine neuen Kunden gewinnen, sondern „bestehende Netzwerke pflegen“. Die FH zeigt sich sparsam mit „einem Tisch und einem Plakat“ auf dem Stand D38 des Landes Hessen in Halle 3.1.
In Halle 4.0 (C13) stellt sich die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) vor, und zwar auf dem Gemeinschaftsstand des Automotive-Clusters Ostdeutschland. „Wir nutzen die IAA, um Kontakte zu in- und ausländischen Investoren und potenziellen Partnern zu knüpfen“, sagt LEG-Geschäftsführer Andreas Krey. Im Cluster Automotive Thüringen sind bereits mehr als 100 Firmen der Fahrzeugbranche versammelt, insgesamt sind es 500 im Bundesland. Die Autoindustrie ist die umsatzstärkste Branche in Thüringen.