Peking. Derzeit dominieren die deutschen Marken Audi, BMW und Mercedes den Premiummarkt in China. Alle drei produzieren mehrere Modelle lokal. Seit Oktober fertigt Volvo eine Langversion der Limousine S60 in Chengdu. Volvo wird zudem in der nördlichen Ölstadt Daqing den XC Classic produzieren – eine chinesische Variante des SUV XC90, dessen Produktion in Schweden dieses Jahr ausläuft. Ab 2015 wird in einer neuen Fabrik von Land Rover und Partner Chery Automobile in Changshu nahe Schanghai der Range Rover Evoque vom Band laufen. Die Fabrik öffnet im Oktober und wird in den Folgemonaten langsam hochgefahren. Nun stößt also auch Infiniti dazu. Eine Automarke, die zuletzt stark zugelegt hat – wenn auch von einer niedrigen Basis aus. In den ersten acht Monaten 2014 setzte Infiniti 18.279 Autos ab, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Als Zielmarke hat Nissan für das laufende Jahr 30.000 verkaufte Infiniti ausgegeben. Zum Vergleich: Volvo will laut Geschäftsführer Hĺkan Samuelsson in diesem Jahr 80.000 Autos in China verkaufen und plant zudem, den S60L ab 2015 aus Chengdu in die USA zu exportieren. Infiniti hat also einiges aufzuholen. Das neue Joint Venture namens Dongfeng Infiniti wird mit zwei für den lokalen Markt angepassten Autos starten – einer Langversion der Sportlimousine Q50 sowie dem Crossover-Modell QX50. Beide sollen in der Dongfeng- Nissan-Fabrik in Xiangyang vom Band laufen, wo auch die Nissan-Modelle Teana und Murano produziert werden. Produktionsstart für den Q50L soll noch in diesem Jahr sein. „Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, um Infiniti in China zu einer Mainstream-Premiummarke zu machen“, sagt Daniel Kirchert, Präsident des neuen Joint Ventures. Dadurch solle Infiniti in China „wirklich verwurzelt“ werden. 2018 sollen mehr als die Hälfte der in China verkauften Autos aus lokaler Fertigung stammen. Das Land ist auch wichtig für Infinitis Ziel, den Weltmarktanteil zu erhöhen. Erst kürzlich hatte das Unternehmen die globale Infiniti-Zentrale nach Hongkong verlegt.
Infiniti-Modelle
Premium-Aufholjagd
Nissan und sein chinesischer Joint-Venture-Partner Dongfeng Motor wollen auf dem chinesischen Premium-Markt stärker angreifen. Beide vereinbarten jüngst ein Gemeinschaftsunternehmen eigens zur Produktion und Vermarktung der Limousinen von Nissans Premiummarke Infiniti in China. Mithilfe der lokalen Produktion wollen Nissan und Dongfeng bis 2018 in China 100.000 Autos der Marke Infiniti verkaufen, teilten die Unternehmen mit. Bisher werden Infiniti-Modelle nur als Importe in China vertrieben.