Leipzig. Porsche organisiert für die Produktion des 2009 startenden Sportcoupés Panamera die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Zulieferern neu. "Ein noch besserer Durchgriff auf Tier-1- und insbesondere auf die Tier-2-Lieferanten steht weit oben auf der Agenda", sagte Produktions- und Logistikvorstand Michael Macht im Gespräch mit dieser Zeitung. Porsche strebe dabei vor allem nach einer Optimierung logistischer Abläufe bei den Vertragspartnern seines Projekts G 1 im Rahmen bewährter Just-in-time- und One-piece-flow-Konzepte. Macht: "Da liegt noch viel Geld auf dem Boden."
Porsche zieht Zügel an
Eine zentrale Rolle als Zulieferer für die vierte Porsche-Baureihe kommt dem Nutzfahrzeugwerk von Volkswagen in Hannover zu, da hier die Rohkarossen des Panamera geschweisst und lackiert werden sollen. Für Erstaunen in der Autobranche sorgt die mit nur sechs Prozent ungewöhnlich niedrig ausfallende Prognose über den Wertschöpfungsanteil von VW am Panamera. Üblich bei lackierten Rohkarossen seien Werte zwischen 15 und 20 Prozent, berichtet etwa Bentley-Entwicklungschef Ulrich Eichhorn.
Auf Nachfrage räumte Porsche-Manager Macht einen "gewissen Gestaltungsspielraum" ein. So könne man die Frachtkosten gleichermassen plausibel sowohl der VW-Fabrik Hannover als auch dem Endmontagewerk von Porsche in Leipzig zuordnen. Für den rund 200 Kilometer langen Transportweg der Panamera-Karossen plant Porsche den Einsatz geschlossener Spezialwaggons auf dem Schienennetz der Bahn.
Eine technische Herausforderung ist das Pressen der Panamera-Seitenteile, die VW-Grossaktionär Porsche laut Macht für das Coupé der Fünf-Meter-Klasse "in einem Stück" wünscht. Zwar ist die turnhallengrosse Saugerpresse von VW Nutzfahrzeuge in Hannover auf derlei ausladende Blechteile eingerichtet -- die dort produzierten T5-Transporter und Multivans sind 4,89 Meter lang. Die aussergewöhnliche Formgebung des Panamera allerdings erfordert deutlich grössere Zieh-Tiefen als bei der Baureihe T5. Um die Kooperation mit dem Sportwagenhersteller auch in dieser Hinsicht abzusichern, ist Stephan Schaller, bei VW Nutzfahrzeuge verantwortlich für Produktherstellung, mit seinem Expertenteam bereits frühzeitig zu den Kollegen von Porsche in Leipzig gereist. "Ein gutes Zeichen", freut sich Macht.
Für eine reibungslose Einführung des mit Spannung erwarteten Panamera hält Macht auch die eigenen Spezialisten unter Dampf: "Ich will eine steile Anlaufkurve."