Stuttgart. Porsche sieht keine Chance, mit seiner Sportwagen-Palette die von der Europäischen Union angestrebten Ziele zur Reduktion des Klimagases Kohlendioxid (CO2) zu erreichen. "Das diskutierte Modell der CO2-Lastenverteilung auf die einzelnen Hersteller führt zu Ergebnissen, die Porsche niemals oder nur unter Aufgabe seiner Markenidentität erreichen kann", moniert Herbert Ampferer, Leiter Umwelt und Energie des schwäbischen Pkw-Konzerns. Die technischen und finanziellen Hürden lägen "fraglos bei Weitem zu hoch".
Auch Stephan Schläfli, bei Porsche zuständig für die Umsetzung von Gesetzesvorschriften, bereiten zwei der jüngsten EU-Vorschläge "besonderes Kopfzerbrechen". Zum einen handelt es sich um die für die Porsche-Flotte angestrebte Senkung der CO2-Emissionen von durchschnittlich 282 Gramm pro Kilometer im Jahr 2006 auf 144 g/km im Jahr 2012 und zum anderen um die Idee zeitlich gestaffelter Strafzahlungen von bis zu 95 Euro pro Gramm über dem jeweils gültigen Grenzwert. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, um die Politik von der Unverhältnismäßigkeit dieser Vorhaben zu überzeugen", so Schläfli. Hinter den Kulissen der EU-Bürokratie, lässt er durchblicken, laufen derzeit intensive Verhandlungen.
Als Argumentationshilfe für die Sondierungen hat Porsche bereits mehrere Modellrechnungen erstellt. Demnach wäre etwa für jeden verkauften Geländewagen des Typs Cayenne S ab 2015 eine Strafgebühr von 9702 Euro fällig. Und zwar ungeachtet der "signifikanten Senkung des CO2-Ausstoßes" (Ampferer), die Porsche bei der SUV-Reihe bis dahin für erreichbar hält. "Ein inakzeptabler Wettbewerbsnachteil", rügt Schläfli.