Stuttgart. Der Vorstandsvorsitzende der Porsche-Holding, Wendelin Wiedeking, hat die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 30. Januar mit eindringlichen Worten über die aktuellen Folgen und mögliche weitere Konsequenzen der Autokrise informiert. Scharfe Kritik übte der Lenker des schwäbischen Sportwagenkonzerns dabei vor allem an den Geschäftspraktiken vieler Banken. „Die Wirtschaft wird in diesem Jahr wohl schrumpfen, es wird Firmenpleiten geben und viele Leute werden ihren Job verlieren“, prognostizierte Wiedeking und stellte die rhetorische Frage: „Aber führt nicht erst die von den Finanzinstituten inszenierte Hypotheken- und Kapitalmarktkrise zu deren eigenem tiefen Fall, der nun auch die Realwirtschaft erfasst?“
Ruhe an den VW-Fronten Er verlangte, dass die Banken „ihre Pflicht tun“ und „die Wirtschaft ausreichend mit Geld versorgen“. Wiedeking weiter: „Mehr Hilfe für die Banken als das, was die Bundesregierung im Herbst letzten Jahres unter Einsatz milliardenschwerer Steuergelder gegeben hat, kann man kaum ernsthaft fordern.“ Mit Blick auf das operative Geschäft von Porsche präzisierte Wiedeking ein „unternehmensweites Sparprogramm von deutlich über hundert Millionen Euro“ sowie Kürzungen der Produktion, über die Automobilwoche in Heft 1/2 bereits exklusiv berichtet hatte. „Hochzufrieden“ hingegen zeigte sich der Topmanager „darüber, wie sich das Verhältnis zu Volkswagen, vor allem zu den Führungskräften und Arbeitnehmervertretern entwickelt“.
Die Beteiligung an Europas größtem Fahrzeughersteller will Porsche „in überschaubarer Zeit“ auf 75 Prozent aufstocken. Wiedeking: „Die anfänglich reservierte, zum Teil auch kritische Haltung von Einzelnen ist inzwischen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gewichen.“