Wolfsburg. Früher hätte VW so eine Familienplanung über drei, vier Jahre gestreckt. Jetzt gönnen die Wolfsburger sich und ihren Händlern nicht einmal zwölf Monate: „Wir haben extrem v i e l Geld in den Modularen Querbaukasten investiert“, sagt Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. „Das wollen wir jetzt möglichst schnell wieder hereinholen.“ Helfen soll dabei zum Beispiel der neue Variant, der im August zu Preisen ab 18.950 Euro in den Handel kommt. Damit liegt der Aufpreis gegenüber dem Standard- Golf mit vier Türen bei vergleichsweise niedrigen 900 Euro. Allerdings hat VW beim Kombi auch keine ganz so starke Marktposition wie beim normalen Golf. Während der seit Jahrzehnten die Zulassungstabelle mit großem Abstand anführt, liegen die Niedersachsen bei den Kombis mit zuletzt etwa 4000 Einheiten im Monat in Deutschland auf dem Niveau der Konkurrenten, räumt ein Sprecher ein. Um das zu ändern, setzt VW nicht nur auf ein größeres Platzangebot. Immerhin geht der Variant gegenüber dem normalen Golf um 31 Zentimeter in die Länge und fasst jetzt schon bei aufrechter Rückbank 605 Liter – fast 20 Prozent mehr als vorher. Und wenn man die Sitzlehne flach legt, gehen künftig sogar 1620 Liter unter die große Klappe. VW hat dem Variant auch eine Schönheitskur verordnet. „Praktisch war er schon immer, aber jetzt hat er auch Pep“, sagt Designer Stefan Wallburg. Das soll nicht nur in Deutschland gut ankommen. Auch wenn die Produktion mittlerweile von Mexiko nach Mosel verlegt wurde, sehen die Niedersachsen den Variant als Weltauto: „Deutschland ist für den Golf sicher der Kombi-Markt Nummer eins“, sagt ein Sprecher: „Es folgen China, Großbritannien Japan, Niederlande, Österreich und Frankreich.“
Platz für den Golfplatz
Die Golf-Familie wächst und wächst. Kaum war die siebte Generation des Dauerbrenners im Handel, haben die Niedersachsen erst den GTI und den GTD nachgeschoben und bringen jetzt mit dem neuen Kombi auch die erste Karosserievariante an den Start. Und es wird munter so weitergehen, sagen die Offiziellen. Schon auf der IAA stehen deshalb der Golf R mit rund 300 PS, der E-Golf mit Elektroantrieb und als dritte Karosserievariante der Golf Plus.