Leonberg. Nach umfangreichen und teuren Restrukturierungen startet Engineering-Dienstleister Pininfarina Deutschland mit einem erweiterten Serviceangebot durch. Die Tochter des italienischen Pininfarina-Konzerns hatte 2006 für 3,5 Millionen Euro die Münchner Niederlassung des US-Wettbewerbers MSX International mit 115 Mitarbeitern übernommen und ihre deutschen Engineering-Aktivitäten unter dem Dach MPX Entwicklung gebündelt. Zugleich trennte sich das Unternehmen von seinem Konzeptfahrzeugbau in Renningen.
Seit Jahren versucht Pininfarina, sich als Full-Service-Entwickler zu profilieren, um so die Abhängigkeit vom stark zyklischen und kapitalintensiven Geschäft der Auftragsfertigung zu reduzieren. Zum Konzern gehört auch das Unternehmen Matra Engineering in Frankreich und das Testzentrum CERAM nahe Paris.
Allerdings fällt es der Gruppe weiter schwer, Ingenieurdienstleistungen zu vermarkten. So ging der von den 926 Mitarbeitern dieser Sparte erwirtschaftete Umsatz 2006 um 16,6 Prozent auf 140 Millionen Euro zurück, weil eine Reihe von Projekten abgeschlossen wurde. Da die Umsätze im Fertigungsbereich durch Neuanläufe in den italienischen Werken (Alfa Spider, Mitsubishi Colt CZC, Ford Focus Cabrio) stark stiegen, reduzierte sich der Anteil an der Gesamtleistung der Gruppe im gleichen Zeitraum von 44 auf 24 Prozent. Zudem fertigt Pininfarina in einem Joint Venture mit Volvo das Cabrio C70. Ziel des Deutschland-Geschäftsführers Rainer Kühne ist es daher, neben den an den Standorten München und Leonberg betreuten Kunden Mercedes-Benz, Porsche und BMW neue Auftraggeber zu finden. Kühne: "Langfristig planen wir Niederlassungen in Norddeutschland und im Rhein-Main-Gebiet."