München. Aufgrund des weltweit rapide steigenden Konkurrenzdrucks in der Automobilbranche stehen viele Unternehmen vor bedrohlichen Herausforderungen auch im Bereich des Personalmanagements. Dies ist der zentrale Befund der Studie "Leadership in the Automotive Industry" des auf Human Resources spezialisierten Beratungshauses Spencer Stuart, die Automobilwoche exklusiv vorliegt. "Auf dem internationalen Personalmarkt gibt es schon jetzt schlicht nicht genügend Talente, um die Vielzahl drängender Probleme adäquat anpacken zu können", sagt Studienleiter Reinhold Thiele. "Und für die kommenden Jahre erwartet das Gros der Befragten eine Verschärfung des Engpasses gerade im Topmanagement".
Spencer Stuart hatte rund 350 Führungskräfte von Autozulieferern und OEMs (Original Equipment Manufacturer) in Interviews um ihre Einschätzungen der strategischen Aufgaben der Zukunft gebeten. Die Stichworte "Globalisierung" und "Überkapazitäten" sowie "Verlagerung in Niedriglohnländer" und "Beschleunigung der Produktzyklen" wurden dabei am häufigsten genannt.
"Frappierend war", so Thiele, "dass vor allem unter Lieferanten enorme Zweifel bestehen, ob die eigenen Managementressourcen für die Bewältigung des Arbeitspensums ausreichen." Im Hinblick auf den Ausbau des Geschäfts in Osteuropa und Asien "sorgen sich aber auch bei den Autoherstellern Manager oft über einen Mangel an Experten". Zwar brächten viele Nachwuchskräfte bereits Auslandserfahrung mit, etwa aus Ein-Monats-Projekten. Thiele: "Für wirklich umfassende Offensiven reicht das aber nicht."