München. Die Suche nach einem Parkplatz dauert in Deutschland im Schnitt zehn Minuten, dabei entsteht ein zusätzlicher Kohlendioxidausstoß von 1,3 Kilogramm. Das hat das auf Parkraumbewirtschaftung spezialisierte Unternehmen Apcoa ausgerechnet. Ist der Parkplatz gefunden, ist der Ärger noch nicht vorbei: Laut Allianz handelt es sich bei 40 Prozent aller Pkw-Unfälle mit Sachschaden um Park- oder Rangierunfälle. Autohersteller und ihre Technologielieferanten setzen nun alles daran, den Autofahrer sowohl bei der Parkplatzsuche als auch beim Einparken durch elektronische Assistenten zu unterstützen.
"Der Parkplatz der Zukunft ist Teil des Internets der Dinge", sagt Rolf Nicodemus, Projektleiter für das vernetzte Parken bei Bosch. Der Zulieferer geht dabei unterschiedliche technische Wege. Sensoren im Boden sollen den aktuellen Belegungsstand einer Stellfläche melden. Für Parkplätze am Straßenrand eignet sich diese Technik weniger. Stattdessen detektieren Ultraschallsensoren, die für einen Parkassistenten ohnehin an Bord sind, künftig laufend Parklücken und spielen die Infos in ein zentrales Datensystem ein. "So entsteht in Echtzeit eine digitale Karte, die zumindest anzeigt, wo man in einem Stadtgebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Stellplatz bekommt", erläutert Nicodemus.
Auf einen anderen technischen Weg setzt Siemens. Radarsensoren in Straßenlaternen sollen freie Parkplätze erkennen, die Information an eine Zentrale der Stadt senden, die sie an Autofahrer übermittelt.