München. BMW-Chef Helmut Panke geht davon aus, dass der japanische Autobauer Toyota in drei Jahren in Deutschland ein Werk für seine Premiummarke Lexus errichten wird. "Ich rechne damit, dass bei Toyota noch im Laufe dieses Jahres eine solche Entscheidung fällt", sagte Panke am Rande einer BMW-Veranstaltung in München der Automobilwoche.
Panke rechnet mit Lexus
Damit hätten BMW und die anderen deutschen Premiummarken Mercedes und Audi bis zum Produktionsbeginn des neuen Werks drei Jahre Zeit, sich auf die neue Lage einzustellen "und uns neu zu positionieren", so Panke. BMW, derzeit die erfolgreichste Premiummarke weltweit, sieht Lexus als Hauptrivalen. "Ein Werk in Deutschland zu bauen wäre eine logische Konsequenz. Erst hat Toyota mit Lexus in den USA begonnen. Im vergangenen Jahr war die Markteinführung in Japan. Deutschland wäre dann die dritte Stufe dieser Strategie." Deutschland ist in Europa der grösste, aber auch der umkämpfteste Markt für Premium-Autos. Bisher führt Lexus hier nur ein Nischendasein, unter anderem weil die Fahrzeuge aus japanischer Produktion nicht mit zusätzlichen Optionen bestellt werden können.
Eine Produktion in Deutschland würde die Lage ändern.
Sorgen macht sich Panke aber nicht und verweist auf Lexus in Japan: "Deren Markteintritt dort hat uns nicht geschadet", sagt der BMW-Chef. Es sei kein Abwandern von Kunden spürbar.
In den USA liegt Lexus knapp vor BMW. Weltweit verkaufte BMW einschliesslich Mini im ersten Halbjahr 689.000 Autos. BMW habe damit die Führungsposition im Premiummarkt behauptet, so Panke, "und wir werden das auch weiterhin tun". Den Abstand zu Audi habe BMW weiter vergrössert, während Mercedes wieder etwas aufschliessen konnte.