Hannover. Der akademische Nachwuchs an deutschen Hochschulen schätzt die eigenen Karriereperspektiven 2006 deutlich optimistischer ein als in den beiden Vorjahren. Dies ist der zentrale Befund der so genannten Studentenumfrage, deren Daten der Automobilzulieferer Continental AG -- bereits zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt -- vor kurzem auswerten liess.
Optimistischer Blick nach vorn
Insgesamt 1006 Studierende hatten die Auftragsforscher von TNS Infratest Ende vergangenen Jahres zu Themenkomplexen wie Motivation für beruflichen Aufstieg, Flexibilität am Arbeitsplatz und Investition in die eigene Weiterbildung befragt. Von den Befunden erhofft sich der Hannoveraner Autotechnik-Konzern, der jährlich 800 bis 1000 Hochschulabsolventen einstellt, ein besseres Verständnis für die Wünsche und Nöte künftiger Führungskräfte.
"Die Zukunftserwartung unter den deutschen Studenten hat sich zum Glück deutlich verbessert", resümiert Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei Continental. "Dieser Trend zeigt sich insbesondere bei jüngeren Befragten." So gaben bei der aktuellen Erhebung lediglich 4,8 Prozent der Interviewpartner an, sie seien im Hinblick auf persönliche Karrierechancen "wenig" oder "überhaupt nicht zuversichtlich". In den Jahren 2004 und 2005 waren es noch 8,7 respektive 7,5 Prozent. Differenziert nach Geschlecht der Teilnehmer aber ergibt sich ein getrübtes Bild: Während immerhin 74,9 Prozent der Männer ihre Aufstiegsaussichten im Berufsleben positiv beurteilen, zeigten sich nur 60,6 Prozent der weiblichen Befragten gleichermassen zuversichtlich.
Vergleichsweise zurückhaltend äusserten sich die Damen auch bei der Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen: Lediglich 85,5 Prozent der weiblichen Studenten urteilten mit einem "positiv". Bei den Herren hingegen vergaben 93,8 Prozent eine gute Benotung (siehe Grafik).
Da die hiesige Autoindustrie stark vom Exportgeschäft abhängig ist und intensiv neue Märkte zu erobern sucht, sind die Umfragewerte in Sachen persönliche Mobilität für viele Unternehmen von besonderem Interesse. Die jüngste Continental-Analyse zeigt: Die Euphorie im Hinblick auf einen zeitlich befristeten Einsatz in der Wachstumsregion China ebbt immer weiter ab. Zeigten sich 2004 noch gut 32 Prozent der Befragten bereit, im Reich der Mitte zu arbeiten, sank der Wert inzwischen auf 25 Prozent. Anders als beim Treck nach Osten löst ein Jobangebot aus Nordamerika zunehmend Freude aus: 57 Prozent der Studenten wären mittlerweile zum Umzug in die USA bereit. Im Jahr 2004 waren es 55 Prozent.