Dennoch sind die Auto-ABS in Gefahr. Beim AKA zählt man inzwischen sechs Regulierungsbestrebungen – von Basel III über Solvency II bis zu Vorschlägen der Europäischen Bankenaufsicht –, die sich auf die eine oder andere Weise negativ auf die Attraktivität der Papiere auswirken. Manche würden den Verwaltungsaufwand exorbitant steigern, andere bedeuten, dass ein Vielfaches an Eigenkapital für die Investitionen in ABS vorgehalten werden müsste. „Die aktuellen Regulierungsentwürfe scheren zahlreiche Verbriefungselemente über einen Kamm“, sagt Fiedler. Sollten sie wie angekündigt umgesetzt werden, könnten Banken und Versicherungen, die für drei Viertel der Investitionen in Auto-ABS stehen, als Käufer wegfallen, warnt er. „Der Markt für Auto-ABS würde zum Erliegen kommen“, befürchtet Fiedler.
Dabei ist dieser Markt ein wichtiges Instrument für die Branche. Alleine die von Standard & Poor's bewerteten Auto-ABS, die in den ersten drei Quartalen 2013 in Europa ausgegeben wurden, summieren sich auf mehr als 32 Milliarden Euro. Geld, das wieder für Finanzierungen genutzt werden kann. Alleine VWFS hat laut Fiedler derzeit rund 15 Milliarden Euro so refinanziert. Auch Daimler Financial Services erwartet, dass Auto-ABS als Refinanzierungsquelle an Bedeutung gewinnen werden. Allerdings ist für das Unternehmen der nordamerikanische ABS-Markt wichtiger, dem weniger Regulierung droht. Der Zusammenbruch des Markts für Auto-ABS wäre zwar nicht das Ende der Autofinanzierungen – die Konzerne würden auch auf anderem Wege an Geld kommen –, eine Belastung wäre es aber allemal. Das Mindeste wäre, dass Finanzierungen für die Kunden teurer würden, sagt Fiedler. Und das könnte wiederum dazu führen, dass weniger Autos verkauft werden. Auch bei Daimler heißt es, ein solches Szenario hätte „möglicherweise negative Auswirkungen auf den Handel und den Absatz“.
Dementsprechend versucht die Branche, eine solche Regulierung zu verhindern. Man arbeite zusammen mit AKA und VDA daran, Qualität und Bedeutung von Auto-ABS-Papieren gegenüber den Regulierern herauszustellen, „um dem Auto-ABS-Markt eine Zukunft zu geben“, heißt es bei Daimler Financial Services. VWFS-Finanzchef Fiedler sagt: „Zurzeit ist völlig unklar, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.“ Er wirbt um eine differenzierte Regulierung mit Augenmaß, „um funktionierende und volkswirtschaftlich wichtige Strukturen nicht zu beschädigen“.