Wolfsburg/Stuttgart. Wer die Mitglieder des Porsche-Vorstands dieser Tage auf den Ausbau der Beteiligung an VW anspricht, blickt in entspannte Gesichter. Mag VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh doch über "Vertrauensbruch" zetern und gegen die Vereinbarung zur Mitbestimmung in der neuen Porsche-Holding vor Gericht ziehen. Soll Christian Wulff, als Ministerpräsident von Niedersachsen Mitglied des VW-Aufsichtsrats, doch "Verständnis" für den Zorn der Werker im Norden äußern. Wo ist das Problem?
Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und sein Stellvertreter, Finanzstratege Holger Härter, haben Grund zur Gelassenheit, halten sie doch alle Trümpfe in der Hand. Wenn sie die Anteile an VW von jetzt 31 auf 51 Prozent erhöhen, woran kein Zweifel mehr besteht, werden sie die neuen Herren in Wolfsburg sein.
Ganz allein führen sie die Porsche-Holding, auch wenn VW nach der Übernahme ein "Teilkonzern" wird, wie es in der Satzung der Europäischen Aktiengesellschaft (SE) heißt. Einen VW-Manager, etwa Konzernchef Martin Winterkorn, mit in den Vorstand zu holen, daran denken sie gar nicht. Er fühle sich mit Wiedeking an der Spitze der Holding wohl, sagt Härter im Automobilwoche-Interview. Auch wird es für VW nicht mehr als die jetzt vereinbarten drei Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Holding geben. "Das wird nicht neu verhandelt. Die Satzung der SE und die Mitbestimmungsvereinbarung bleiben, wie sie sind", heißt es dazu bei Porsche.