Split. Der seit Anfang Oktober amtierende Skoda-Vorstandschef Reinhard Jung will seine rund 400 Führungskräfte noch vor Jahresende auf die Eckpunkte der neuen Management-Agenda einschwören. "Am Stammsitz Mladá Boleslav wird es im Dezember ein wichtiges Treffen geben", bestätigte der Nachfolger von Detlef Wittig bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Lenker der tschechischen VW-Tochtergesellschaft im Gespräch mit Automobilwoche.
Insider erwarten, dass der Produktionsexperte Jung dabei vor allem Vorschläge anmahnt, wie man der steigenden Komplexität in der Skoda-Fertigung gerecht werden kann, die sich durch die aktuelle Modelloffensive ergibt. Jung selbst hat vor Kurzem in der Ukraine insgeheim einen Handy-Hersteller besucht, um Anregungen für den Umgang mit rasant wechselnden Kundenwünschen einzuholen. Zudem strebt er eine klarere Differenzierung zwischen den beiden wichtigsten Volumenmarken des VW-Konzerns an.
Den Markteintritt von Skoda in Nordamerika, wo geräumige und preisgünstige Fahrzeuge zunehmend nachgefragt werden, schließt Jung für die nächsten fünf Jahre aus. "Doch wer weiß, was danach kommt", deutet der Topmanager die Möglichkeit eines späteren Strategieschwenks an, "die Auto-Welt dreht sich ja immer schneller."
Große Hoffnungen setzt Jung auf den Zuschlag für die Montage der "New Small Family" von VW (Automobilwoche 21/2007): "Unser Werk Vrchlabi hat durchaus gute Chancen."