Stuttgart. Porsche macht seinem Ruf als Gelddruckmaschine der Autoindustrie wieder alle Ehre: Wenn am 5. Juli die überarbeitete Version des Sportwagen-Klassikers 911 in die Schauräume kommt, steht erstmals ein gemeinsam mit ZF entwickeltes Doppelkupplungsgetriebe in der Aufpreisliste - für 3510 Euro. Bei Wettbewerbern sind solche Getriebe schon für rund 2000 Euro zu haben.
Das PDK genannte Siebenganggetriebe soll, so verspricht es Porsche, die Gänge schneller wechseln als das frühere Rallye-Ass Walter Röhrl, inzwischen Markenbotschafter. Die Stuttgarter rechnen mit einem Automatik-Anteil von bis zu 80 Prozent.
Das sind schlechte Nachrichten für Aisin, den japanischen Lieferanten des serienmäßigen Handschaltgetriebes. Denn bei der seit 2004 produzierten ersten Auflage des 911 mit dem Typ-Code 997 hatte sich noch etwa die Hälfte der Käufer für manuelle Gangwechsel entschieden. Die anderen wählten die Automatik namens Tiptronic S, die noch für 2945 Euro zu haben war. Das PDK soll den alten Wandlerautomaten sukzessive auch bei den Allrad-Versionen des 911 bis hin zum Turbo ablösen.
Lediglich 4,5 Sekunden benötigt ein 911-Coupé des Typs Carrera S (385 PS) mit PDK für den Spurt auf Tempo 100 - zwei Zehntelsekunden weniger als mit Sechsgang-Handschaltung. Porsche hatte bereits vor 40 Jahren ein Doppelkupplungsgetriebe für seine Rennwagen entwickelt, dann aber den Serieneinsatz verschlafen.
Im weitgehend unveränderten Innenraum des 911 gibt es ein modifiziertes Navigationsmodul. Mit seiner integrierten 40-GB-Festplatte soll das Touchscreen-Gerät eine „schnellere und einfachere Zielführung" ermöglichen.
Neben der Einführung des PDK gilt die Umstellung auf Benzindirekteinspritzung als wichtigste Innovation im Elfer. „Die neuen Aggregate verbessern die ohnehin hervorragende Effizienz ihrer Vorgänger nochmals erheblich", verspricht Porsche-Vorstandsmitglied Michael Macht. Verbrauchssenkungen von bis zu 13 Prozent sollen möglich sein.
83.032 Euro kostet das 911-Basis-Coupé mit 345 PS, fast 2000 Euro mehr als der Vorgänger. Michael Macht: „Die neue Modellgeneration wird unseren schmucken Bilanzen weiter Glanz verleihen.
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