Tokio/Köln. Angriff ganz unten und ganz oben: Mit neuen Strategien für günstige Einstiegsmodelle und feine Luxuswagen will Autohersteller Toyota seinen Pkw-Absatz in Westeuropa pushen.
Beide Fronten sind für die Japaner extrem wichtig. So fehlte ihnen bei den Kleinwagen bislang ein smartes Einstiegsmodell für junge Käufer -- dorthin zielt jetzt der Aygo, den Toyota in Kooperation mit PSA in Tschechien baut. Doch während die Franzosen mit den Schwestermodellen Peugeot 107 (8.500 Euro) und Citroën C1 (unter 8.500 Euro) mehr auf den Schnäppcheneffekt setzen, soll der gut ausgestattete Aygo den Eisbrecher bei Lifestyle-orientierten Kunden zwischen 18 und 30 Jahren spielen. "Wir wollen die Generation X und V, die wir in Europa bisher nicht erreichen", sagte Toyota-Vorstand Yoshio Ishizaka, verantwortlich fürs gesamte Überseegeschäft, gegenüber Automobilwoche.
Vorbild sei Toyotas kultige US-Jugendmarke Scion ("Sprössling"), die nach nur einem Jahr 99.000 verkaufte Autos nach Tokio meldete. "Das Aygo-Geschäftsmodell ist ähnlich angelegt", verrät Ishizaka. Und bei Erfolg werde es weitere Modelle geben.
Sein Europa-Chef Tokuichi Uranishi verkündete zur Aygo-Weltpremiere auf dem Genfer Autosalon, dass der Absatz der geplanten 100.000 Produktionseinheiten kein Problem sei. Er sehe da sogar noch "Expansionspotenzial". In Deutschland startet der kleine Viersitzer am 1. Juli, die Show für die Medien soll ab dem 9. Mai im coolen Ambiente eines Berliner U-Bahn-Tunnels am Potsdamer Platz zelebriert werden. Mit von der Werbepartie ist die Hip-Hop-Band "Die Fantastischen Vier".