Leipzig. Während Volumenhersteller wie DaimlerChrysler und Opel ihre Belegschaft reduzieren, weitet der Sportwagenproduzent Porsche seine Fertigung am Standort Deutschland aus. Mehr als 2000 neue Arbeitsplätze im eigenen Haus und bei Lieferanten erhofft sich das schwäbische Unternehmen von der Entscheidung, die für 2009 geplante vierte Baureihe Panamera in Hannover und Leipzig herstellen zu lassen. Dies gab Vorstandschef Wendelin Wiedeking am vergangenen Freitag in der sächsischen Stadt bekannt.
Neue Jobs bei Porsche
Mit Rohbau und Lackierung des neuen Sportcoupés wird VW-Grossaktionär Porsche das Nutzfahrzeugwerk von Volkswagen in Hannover beauftragen, womit 500 Arbeitsplätze "langfristig gesichert" werden. Den dort anfallenden Wertschöpfungsanteil beziffert Porsche-Produktionsvorstand Michael Macht auf sechs Prozent. "Über diesen relativ niedrigen Wert ist Wiedeking alles andere als traurig", so ein Insider. "Uns ist extrem wichtig, dass auch der Panamera als echter Porsche akzeptiert wird." Die eigene Wertschöpfungstiefe schätzt Porsche auf 15 Prozent. Aufgrund der engen Einbindung regionaler Zulieferer sollen beim Panamera insgesamt rund 70 Prozent der Wertschöpfung auf Deutschland entfallen.
Den Zuschlag für VW in Hannover begründet Wiedeking auch mit der "sehr grossen Farbpalette", die dort die jüngst modernisierte Lackiererei ermöglicht. Entsprechende Investitionen hatte VW im Hinblick auf das inzwischen geschrumpfte "Microbus"-Projekt getätigt.
Die Endmontage des Panamera wird wie beim SUV Cayenne bei der Porsche Leipzig GmbH erfolgen, wo 600 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Investitionssumme der Werkserweiterung beträgt 120 Millionen Euro. Motoren liefert die Stammfabrik Zuffenhausen zu.