München. Als erstes der drei übergeordneten Segmente soll Mobility verändert werden. „Wir wollen die Tätigkeiten im Autobereich stärker bündeln“, sagte Vorstand Horst Schneider im Gespräch mit der Automobilwoche. Dazu wird die zum Segment Mobility gehörende kleine Division Automotive aufgeteilt. Jeweils rund die Hälfte wird den beiden großen Divisionen Product Service und Auto Service zugeschlagen. Dabei wandern die für industrieübergreifendes Testen geeigneten Labors wie Klimakammern zu Product Service. Die autospezifischeren wie Abgasprüfstände kommen zu Auto Service, wo auch die Homologation angesiedelt wird. „Wir wollen unsere Labors unabhängiger von Auftragsschwankungen machen, indem wir die starke Konzentration auf eine Zielgruppe aufbrechen“, erklärt Schneider. Starke Schwankungen seien typisch für Automotive. „Mal kann man mit manchen Prüfständen ein halbes Jahr gar nichts machen, mal könnte man einen Monat lang rund um die Uhr durcharbeiten.“ Wo nötig, sollen Labors „ertüchtigt“ werden, um sie „möglichst multifunktional“ einsetzen zu können. Das reduziere Auftragsschwankungen, weil sich Spitzen und Täler ausglichen, sagt Schneider. „Wir sind derzeit dabei, die einzelnen Labors durchzugehen. Die Fragen sind: Was können wir nutzen, wo müssen wir Änderungen machen, was kosten sie und lohnt sich das?“ Ein weiterer Vorteil des Umbaus sei, dass Product Service bereits international aufgestellt sei. Davon könne der dorthin verlagerte Teil der Division Automotive profitieren. Automotive hat derzeit gut 500 Mitarbeiter und machte im vergangenen Jahr 47 Millionen Euro Umsatz. Nur die Division Rail des TÜV Süd ist noch kleiner. Auto Service wiederum ist mit 526 Millionen Euro Umsatz die größte Division im Konzern. Schneider sieht durchaus Wachstumsperspektiven für das Geschäft der aufzuspaltenden Automotive-Division. Der Homologationsbereich beispielsweise liege – je nachdem welche Labors man heranziehe – bei 20 bis 30 Millionen Euro Umsatz. „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren jeweils zehn bis 15 Prozent Wachstum drin sind“, sagt Schneider. „Wir sind gut aufgestellt, und die Nachfragesituation ist gut. Für dieses Geschäft ist nicht die Zahl der produzierten Fahrzeuge entscheidend, sondern die der Modelle und Ausführungen.“ Für die anderen Geschäfte bei Auto Service soll die Umstrukturierung keine Auswirkungen haben. Der Teil von Automotive, der der Division zugeschlagen wird, komme einfach als zusätzlicher Bereich hinzu. Widerstände gegen den Umbau gebe es kaum, versichert Schneider. Der Vorschlag dazu sei sogar aus der Division Automotive selbst gekommen. Die Änderungen bei Automotive sollen noch im laufenden Jahr beginnen und zum 1. Januar gesellschaftsrechtlich umgesetzt werden.
Neuaufstellung beim TÜV Süd
Der TÜV Süd gibt sich eine neue Konzernstruktur, um effizienter und unabhängiger von Auftragsschwankungen zu werden. Aus derzeit neun Divisionen stark unterschiedlicher Größe sollen langfristig fünf Divisionen ähnlicher Größe werden.