Neckarsulm. Rund 80 Millionen Euro hat Hyundai Motor Deutschland (HMD) in den letzten drei Jahren in die Qualitätsverbesserung des Vertriebsnetzes investiert. Dennoch fordert der Importeur mehr und besser geschultes Verkaufspersonal. "Wir sind noch nicht zufrieden mit der Anzahl und der Qualität der Verkäufer", sagt HMD-Geschäftsführer Karl-Heinz Engels. "Für Wachstum braucht man qualifizierte Verkäufer", ergänzt er. "Viele Händler wollen alles alleine machen."
Peter Schumann, Vorsitzender des Händlerverbands, bestätigt, dass dieses Problem "rund 35 Prozent der Händlerschaft betrifft". Angesichts der derzeitigen Marktlage sei es jedoch schwierig, den betreffenden Partnern zu erklären, dass sie zusätzliches Personal einstellen sollen. "Als Inhaber kann man sich dann jedoch auf die Geschäftsführung konzentrieren", erklärt Schumann. Einige Mehrmarkenhändler kümmern sich nach Auffassung von HMD ohnehin zu wenig um den Verkauf von Hyundai. "Manche Mehrmarkenhändler haben Hyundai nur zur Werkstattauslastung in ihr Portfolio aufgenommen", kritisiert Engels.
Rund die Hälfte aller Hyundai-Händler vertreibt noch mindestens eine weitere Marke, meistens Opel, Ford oder VW, aber auch Mercedes. "Unsere Qualität ist aber nicht werkstattfreundlich", betont Engels - und beruft sich auf den dritten Platz im J.D. Power-Kundenzufriedenheitsreport. Zudem habe man im vergangenen Jahr die Garantiekosten um zehn Prozent senken können. Engels ist überzeugt, dass "einige wenige" unzufriedene Händler sich von Hyundai trennen werden und bei der angestrebten Konsolidierung des rund 600 Stützpunkte umfassenden Vertriebsnetzes durch motiviertere Partner ersetzt werden können. Obwohl die Zeiten des jährlichen zweistelligen Volumenwachstums vorbei sind (2006 nur noch plus 1,4 Prozent, 2007 voraussichtlich 2,4 Prozent), könne man mit Hyundai weiter Geld verdienen. "Die durchschnittliche Umsatzrendite beträgt derzeit 1,5 Prozent, einige Händler im ländlichen Raum erzielen bis zu acht Prozent", betont Engels.
Für 2007 plant HMD, weitere 15,3 Millionen Euro in die Verbesserung des Händlernetzes zu stecken. Das Investitionsvolumen der Händler soll sich in diesem Jahr auf rund 27 Millionen Euro belaufen. Dank des im September debütierenden Kompaktmodells i30 will HMD 2007 "mindestens 50.000 Autos verkaufen".