Le Mans. Der Kampf der Konzepte endete überraschend – mit dem knappen Sieg eines Audi R18 e-tron, eine Runde vor dem schnellsten Toyota. Dabei zahlte sich aus, dass die Audi-Ingenieure den Diesel-Rennmotor gegenüber der ersten Generation um 20 Prozent sparsamer gemacht hatten – trotz deutlich gestiegener Literleistung des Motors. „Die Kolbenflächenleistung – also das Maß für die Leistung, die in jedem Zylinder erbracht wird – wuchs seit 2006 von 40 auf 66 Kilowatt und damit um 65 Prozent“, berichtet Ulrich Baretzky, Leiter der Rennmotorenentwicklung von Audi. Von solchem Fortschritt, so der Ingenieur, profitiere auch die Serienentwicklung. So wurden leichtere Stahlkolben des Zulieferers Mahle zuerst in Le Mans getestet, genauso wie Einspritzdrücke von 2000 Bar, wie sie heute in den TDI-Motoren üblich sind. Die Bosch-Einspritzung des R18-Diesel kommt sogar auf 2800 Bar Einspritzdruck. Die Audi- Renntechniker sind sicher, dass solche Drücke in absehbarer Zeit auch in Serien-Pkw erreicht werden.
Mit Sparsamkeit zum unverhofften Sieg
So richtig geglaubt hatte es keiner, dass Audi 2013 Le Mans gewinnen würde, nicht mal Aufsichtsratschef Martin Winterkorn, der sogar erwogen hatte, das Team zurückzuziehen. „Das wird sehr schwer“, sagte Winterkorn kurz nach dem Start. Denn die Hybrid-Diesel mit den vier Ringen durften nur 58 Liter Treibstoff tanken, während der Veranstalter ACO den Benzin-Hybriden von Toyota 73 Liter zugestand.