Detroit. Mit neuen Materialien für den Autoinnenraum will die Hannoveraner Conti-Tochter Benecke- Kaliko in den nordamerikanischen Markt vorstoßen. Während in den USA derzeit vor allem Hartplastik für Armaturentafeln und Türbrüstungen eingesetzt wird, setzt der deutsche Zulieferer auf weichere Schaum- und Kompaktfolien sowie auf Kunstleder. „Hartplastik kann in Zukunft keine Lösung mehr für das mittlere, das gehobene und das High- End-Segment sein. Davon wollen wir die amerikanischen Hersteller überzeugen“, sagt Dirk Leiß, Vorstandsvorsitzender von Benecke- Kaliko.
Damit dieses Vorhaben nicht an der Wechselkursproblematik scheitert, produziert der Weltmarktführer für automobile Innenraumfolien ab 2009 auch im Dollar-Raum. In dem Werk, das derzeit im mexikanischen San Luis Potosí entsteht, wird künftig die neue Werkstoffgruppe Tepeo 2 hergestellt, die in Europa entwickelt wurde und bisher nur dort produziert wird. Der Markenname rührt von der ausgesprochenen Form der Materialbezeichnung TPO her, wobei die drei Buchstaben für thermoplastisches Polyolefin stehen.
Zurzeit wird der Werkstoff nur in Europa und Australien in Serienfahrzeugen verbaut. Das Bezugsmaterial ist leichter als herkömmliche Folien, und die Oberfläche gibt im Unterschied zu Hartplastik auf Druck nach. Laut Marketingchef Manfred Schurr kann die Folie zudem leichter auf die Instrumententafel aufgezogen werden: „Weil sie sich gleichmäßiger als herkömmliche Materialien verformt, bleiben Muster und Formen erhalten.“ Auch das Verkleben verschiedenfarbiger Folien mit den oft hässlichen Stoßkanten entfällt: Mit Tepeo 2 lassen sich den Angaben des Herstellers zufolge zweifarbige Innenraumelemente in einem Stück produzieren.