Peking. Denza biete das „sicherste und verlässlichste“ Elektroauto Chinas, sagte Daimlers China-Vorstand Hubertus Troska auf der Messe. Die Batterie liege am sichersten Platz des Autos, unter der Fahrgastzelle, und sei in einen speziellen Aluminiumrahmen eingelassen. Auch liege die Energiedichte der Lithium-Eisenphosphat-Batterie „um ein Drittel niedriger als bei hochgezüchteten Batterien“, sagte Arno Röhringer, Leiter des operativen Geschäfts von BDNT, der Automobilwoche. Im Falle eines Unfalls trenne sich die Batterie zudem automatisch vom Antriebssystem ab und entlade sich selbst. Über die Sicherheit von Elektroautos war eine emotional geführte Debatte ausgebrochen, nachdem Ende vergangenen Jahres mehrere Tesla Feuer gefangen hatten. Denza ließ den Wagen als erstes Elektroauto nach den Kriterien des China-NCAP testen und erhielt die Bestnote fünf Sterne. Fraglich bleibt, wie der chinesische Markt Elektroautos aufnimmt. Zuletzt hat ihnen Peking wieder höhere Priorität eingeräumt, um der Luftverschmutzung Herr zu werden. Subventionen sollen nun länger gezahlt werden als zunächst geplant. Die Verkäufe von Elektroautos und Plug-in- Hybriden legten im ersten Quartal 120 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 6850 Wagen zu. Denza startet nach der Messe den Vorverkauf und zielt auf Privatkunden der gehobenen Mittelschicht sowie Flottenkunden. Die Limousine wird 369.000 Yuan (43.200 Euro) kosten. Dank – lokal unterschiedlicher – Subventionen werden in der Hauptstadt Peking aber nur 255.000 Yuan fällig. „In Peking haben wir gerade die Homologation abgeschlossen. In Schanghai werden wir in eineinhalb Monaten so weit sein“, sagt Röhringer. Beide Städte haben sich auf gleiche Standards geeinigt. Dazu gehört unter anderem die Auflage, mindestens fünf Servicestationen bereitzustellen. Neben den Denza-Händlern werden laut Röhringer auch Stationen der Daimler-Vans diese Funktion erfüllen. Damit hat Denza Anspruch auf weitere Anreize: In Schanghai werden Nummernschilder für knapp 10.000 Euro versteigert. E-Autos aber bekommen sie umsonst. In Peking bleibt ihnen die monatliche Nummernschild-Lotterie erspart, bei der im Februar ein Los auf 90 Bewerber gezogen wurde. „Da wird sich der eine oder andere vielleicht überlegen, auf ein Elektroauto auszuweichen“, sagt Röhringer. Parallel arbeitet Denza mit dem Schweizer Unternehmen ABB am Tankstellennetz. „Bis 2020 werden wir in China die größte Ladeinfrastruktur der Welt aufgebaut haben“, sagt Troska. ABB übernimmt laut Röhringer die Koordination mit Netzbetreibern und Verwaltungen großer Wohnanlagen.
Daimler stellt beim Elektroauto Denza die Sicherheit in den Vordergrund
Mit einem Seitenhieb auf Tesla
Daimler und der chinesische Batterie- und Autohersteller BYD haben in Peking das erste serienreife Modell ihrer Elektro- Marke Denza vorgestellt. Es hat bis zu 300 Kilometer Reichweite und schafft eine Spitzengeschwindigkeit von gut 150 km/h. Die von beiden Partnern im Joint Venture BDNT entwickelte Kompaktlimousine soll im September auf den Markt kommen. Im Sommer werden dazu mehrere Händler in Peking, Schanghai und Shenzhen – dem Standort von Denza im tiefen Süden Chinas – eröffnen.