Hannover. Als Stefan Kuntz, Softwareentwickler für die Steuerung von Verbrennungsmotoren bei Continental, vor acht Jahren die Idee hatte, dass man Multi-Core-Systeme in der Autoelektronik nutzen könnte, war vom vernetzten Auto noch keine Rede. Heute würde ein Auto ohne Software gar nicht mehr fahren. Und die Abhängigkeit wird immer stärker: Es gibt immer mehr Software-Anwendungen. Darum müssen die Entwickler mehr Elektronik kompakt, effizient und leistungsstark ins Auto integrieren. Die Lösung für Kuntz ist die Umstellung von Single- auf Multi-Core-Systeme.
„Multi-Core bedeutet, dass ein Prozessor mit mehreren Kernen ausgestattet ist, auf denen parallel verschiedene Software läuft. Manchmal sind es zwei Kerne, manchmal aber auch bis zu 1000. Beim Single-Core kann der Prozessor immer nur eine Software nach der anderen ausführen und rechnen“, erläutert Kuntz.
Schwierig wird es, „wenn sicherheitskritische Funktionen auf einem Multi-Core-Prozessor parallel laufen – wie Bremssoftware, Motorsteuerung oder Fahrerassistenz“, sagt Kuntz. „Hier sollte man sich überlegen, wie man diese Software kombiniert und absichert, damit sich die sicherheitskritischen Systeme nicht gegenseitig beeinflussen.“